Gewerkschaft ruft zu Streiks im Einzelhandel auf

25. Juni 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Am Wochenende könnten in Halle (Saale) Geschäfte geschlossen bleiben. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Streiks im Einzelhandel. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen. Nachdem bei der letzten Verhandlung für die 265.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von der ver.di-Tarifkommission keine einseitigen Zugeständnisse zu den Verschlechterungsforderungen der Arbeitgeber gemacht wurden, haben die Arbeitgeber die für den 2. Juli vereinbarte 3. Verhandlungsrunde abgesagt.

Foto: Archiv

„Die Absage ist eine Provokation“, so ver.di-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Statt uns ein Angebot für die Erhöhung der Löhne und Gehälter zu unterbreiten, stellen die Arbeitgeber ein mögliches Gehaltsangebot unter die Bedingung, dass wir über ihre umfangreichen Verschlechterungsabsichten verhandeln. Eine Niedriglohngruppe für Verräumtätigkeiten, Streichung von Nachtarbeitszuschlägen für Regalauffüllen und die Arbeitszeit soll noch flexibler werden. Dies wird es mit uns nicht geben“, so Lauenroth-Mago.

„Während in anderen Bundesländern weiter verhandelt wird, versuchen die Arbeitgeber die Einzelhandelsbeschäftigten in unseren drei Bundesländern in Geiselhaft zu nehmen, frei nach dem Motto „Höhere Löhne und Gehälter nur dann, wenn gleichzeitig Verschlechterungen akzeptiert werden.“

„Wir lassen uns nicht erpressen, sondern werden unsere Streiks weiter ausdehnen. Die Beschäftigten brauchen dringend eine Erhöhung ihrer Einkommen. Seit Jahren hinkt die Einkommensentwicklung im Einzel- und Versandhandel hinter der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung hinterher“, so der ver.di-Verhandlungsführer.

ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 1 Euro pro Stunde und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen von 90 Euro. Derzeit verdient eine Verkäuferin nach 7 Jahren 13,43 € pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 2.216,- € pro Monat. Das Einstiegsgehalt einer ungelernten Beschäftigten beträgt 9,21 €, bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 1.520,- € pro Monat. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit und liegt z. B. bei einem 100-Stundenvertrag/Monat trotz Tarifgehalt knapp über der Armutsgrenze. Der Einzelhandel ist die Branche mit den meisten Aufstockern.

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