Gestaltungsbeirat debattiert über neue Bauprojekte

8. Juli 2013 | Wirtschaft | 5 Kommentare

Zum ersten Mal in diesem Jahr kam am Montag der Gestaltungsbeirat der Stadt Halle (Saale) zusammen. Vier Bauprojekte standen dabei auf der Tagesordnung. So will die GWG am Heideweg in Dölau ein neues Baugebiet errichten, die GWG Eigene Scholle will am ehemaligen Reichwein-Gymnasium bauen, in der Großen Steinstraße ist ein Pflegeheim geplant und die HWG will die Plattenbauten am Jerusalemer Platz sanieren.

50 bis 55 Wohnungen an Stelle des derzeitigen Heideschlößchens will die GWG am Rande der Dölauer Heide im Heideweg errichten. Sechs Neubauten sind vorgesehen, darunter ein Riegel für seniorengerechtes Wohnen. Der Gestaltungsbeirat äußerte Kritik an der recht dichten Bebauung, die vorgesehen ist. Auch mit der Höhe waren die Beiratsmitglieder nicht zufrieden. Daneben sollte die Anordnung der Tiefgarage überdacht werden. Die Mitglieder wünschen sich eine hochwertige Wohnbebauung. Am geplanten Abriss des Heideschlösschens gab es keine Kritik.

Kritik erntete die HWG für die geplante Sanierung der Plattenbauten am Jerusalemer Platz. Der Gestaltungsbeirat zeigte sich unzufrieden mit der vorgesehenen Einhüllung durch die Wärmedämmung. Man sei mit der grundsätzlichen Herangehensweise nicht ganz glücklich, hieß es. Es sei zwar klar, dass eine energetische Sanierung nötig sei. Doch hier gebe es auch andere Möglichkeiten. Das übliche Konzept. Die Gebäude in eine Wärmedämmung einzupacken, sei nicht besonders glücklich. „Wir sehen die HWG als potenten Bauherren in der Lage, alternative Konzepte zu untersuchen. Stattdessen solle sich die Fassadengestaltung am jetzigen Aussehen orientieren. Die aktuelle Lösung aus DDR-Zeiten sei stimmig, wenn auch nicht das optimal Mögliche. Neben der Fassadengestaltung will die HWG auch die Freiflächen umgestalten und im Hofbereich Balkone anbringen.

Auch der geplante Bau eines Pflegeheims mit 70 Betten im Bereich Große Steinstraße, Kleine Steinstraße, Brüderstraße war Thema der Sitzung. Grundsätzlich wurde begrüßt, dass die Baulücke verschwinden soll. Doch die Ausführung stieß überhaupt nicht auf Gegenliebe. So wurde die fehlende Einbindung in die vorhandene bauliche Situation kritisiert. Bei Fassadencharakteristik, Fenstergrößen, Material, Traufhöhen und Geschossigkeit werde überhaupt keine Rücksicht auf die historische Nachbarbebauung genommen. Denn geplant ist ein Sechsgeschosser – das Gebäude wäre damit höher als die in der Umgebung. Die Bauherren sollten die Massigkeit des Bauvorhabens noch einmal überprüfen, empfiehlt der Beirat.

Lob gab es dagegen für ein Projekt der GWG Eigene Scholle. Diese will im Süden der Stadt ein neues Wohnareal erschließen. Dazu soll das Gebäude des ehemaligen Reichweingymnasiums in der Diesterwegstraße einbezogen werden, das die Wohnungsgenossenschaft vor zwei Jahren erworben hatte. Einen Ideenwettbewerb hatte die GWG dazu gestartet und einen Sieger gekürt, den auch der Gestaltungsbeirat favorisiert. Das Gremium lobte den „sehr sensibeln“ Umgang mit dem Standort, dieser vermittele Behutsam zur Bestandsbebauung. Das ehemalige Schulgebäude soll zu Wohnungen umgebaut werden. Entlang der Diesterwegstraße ist ein dreigeschossiger Neubau vorgesehen, im Rockendorfer Weg zwei Gebäude. Daneben sollen zwei Gartenhäuser im Hinterhof entstehen. Auch eine Tiefgarage mit 57 Stellplätzen ist vorgesehen. Umgesetzt werden soll das Projekt frühestens ab 2016.

In seiner ersten Sitzung des Jahres wurden die neuen Mitglieder Dr. Sonja Beeck, Eva Maria Lang und Heike Roos begrüßt. Antje Osterwold wurde als Vorsitzende gewählt. Das Votum des Gremiums hat nur beratenden Charakter.

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