EEG: Stadtwerke rechnen mit Millionen-Minus

21. Oktober 2012 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Bislang betrachtet die Stadt Halle (Saale) ihre Tochtergesellschaften als eine Art Melkkuh. Bestes Beispiel sind die Stadtwerke. Diese müssen die kompletten städtischen Zuschuss für den Betrieb der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG ) übernehmen. Das waren immerhin 21 Millionen Euro im vergangenen Jahr, die von Seiten der Stadtwerke in das Verkehrsunternehmen gepumpt wurden und damit den Stadthaushalt entlastet haben. Sprich: durch Strom, Wasser und Abwasser werden Busse und Straßenbahnen querfinanziert.

Für das laufende Jahr rechnet das städtische Ver- und Entsorgungsunternehmen noch mit einer guten Bilanz und wird auch wieder die HAVAG-Zuschüsse tragen. Doch schon im nächsten Jahr könnten rollen die HAVAG-Kosten wieder auf die Stadt zu. Denn wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) rechnen die Stadtwerke nach Angaben der Geschäftsführung mit einem Minus bis 9 Millionen Euro, im Jahr 2014 werden es sogar 14 Millionen Euro sein. Ein Grund für das Loch in der Kasse: die teuren Gaspreise. Strom und Fernwärme werden in der Saalestadt mit Gas produziert. Daneben steigen auch die Netznutzungsgebühren.

Übrigens hat die Misere bei den Stadtwerken auch Auswirkungen auf den städtischen Haushalt. Finanzdezernent Egbert Geier rechnet mit einem Minus von 10,4 Millionen Euro, doch da sind etwaige drohende Mehrausgaben durch plötzlich zu zahlende HAVAG-Zuschüsse nicht mit eingerechnet.

Im Aufsichtsrat des Stadtwerke-Konzerns sitzen auch mehrere Stadträte. Diese wissen bereits darüber bescheid, dass wohl zumindest der HAVAG-Zuschuss im nächsten Jahr von den Stadtwerken nicht erwirtschaftet werden kann und die Stadt wieder einspringen muss. Auch von sinkenden Umsatzerlösen ist die Rede. Von einem Minus dagegen wollte noch niemand sprechen.

Weiterführender Link:
Stadtwerke-Tochter Bäder GmbH geht das Geld aus

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben