“Corona-Prämie” und mehr Lohn für Bauarbeiter in Halle

26. November 2020 | Soziales, Vermischtes, Wirtschaft | Keine Kommentare

In Halle steigen die Löhne für Bauarbeiter um insgesamt 2,7 Prozent. Das teilte jetzt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Darüber hinaus gibt es mit der November-Abrechnung außerdem eine steuerfreie „Corona-Prämie“ von 500 Euro. Azubis erhalten 250 Euro.

In einer ersten Stufe waren die Löhne bereits im Oktober um 0,5 Prozent gestiegen. Zum Jahreswechsel folgt ein Plus von 2,2 Prozent. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Bauhauptgewerbe in Halle (Saale) aktuell 2.250 Menschen.

IG BAU-Bezirksvorsitzender Karlheinz Weniger spricht von einem „Tarifabschluss, der Perspektive bringt!“ und sagte weiter: „In der Tarifrunde hatten die Arbeitgeber über Monate eine Blockadehaltung an den Tag gelegt, die am Ende durchbrochen werden konnte.“

Die IG BAU Sachsen-Anhalt Süd appelliert nun an die Beschäftigten in der Region, einen Lohn-Check zu machen. Neben der sogenannten “Corona-Prämie” im November sei das Plus von 0,5 Prozent bereits mit der Oktober-Abrechnung fällig. Anspruch auf die tarifliche Bezahlung haben Gewerkschaftsmitglieder, deren Betrieb Mitglied im Arbeitgeberverband ist.

Bei Problemen oder Fragen können sich Beschäftigte an die IG BAU vor Ort wenden. Auch Auszubildende sollen ihre Lohn-Abrechnung prüfen, rät die Gewerkschaft. Ihre Vergütungen steigen um 40 Euro im ersten, 30 Euro im zweiten und 20 Euro im dritten Jahr.

Carsten Burckhardt, Verhandlungsführer auf Gewerkschaftsseite, verweist des Weiteren auf die geplante Entschädigung der sogenannten Wegezeiten: „Über die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle wird bis zum Juni durch die Tarifpartner unter Beteiligung des Schlichters weiter verhandelt. Dabei sollen Vorschläge für eine Entschädigung entstehen, die sich nach konkreten Strecken und echten Fahrzeiten bemisst.“

Eine Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft hatte ergeben, dass Baubeschäftigte für die einfache Fahrt zu ihrem Einsatzort durchschnittlich 64 Kilometer zurücklegen. Zum Vergleich: In der gesamten Wirtschaft sind lediglich fünf Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr als 50 Kilometer täglich für den Weg zur Arbeit unterwegs.

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