Chefs sollen „Lehr-Euro“ zahlen: IG BAU fordert Ausbildungsumlage

24. Juni 2015 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Viele Bewerber gehen leer aus: In Halle (Saale) sind noch immer rund 470 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hin und beruft sich dabei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur. „Viele Schulabgänger in Halle haben enorme Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Dabei hat jeder eine Chance verdient, nach der Schule mit einer Berufsausbildung ins eigene Leben zu starten“, sagt Karlheinz Weniger. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Sachsen-Anhalt Süd fordert darum von den Betrieben in Halle größere Anstrengungen in der Ausbildung.

Als wirksames Mittel schlägt die IG BAU eine verpflichtende Ausbildungsabgabe vor. „Alle Betriebe sollten sich grundsätzlich an den Kosten der Ausbildung beteiligen. Sie bezahlen einen festen Beitrag in einen Fonds. Unternehmen, die selbst ausbilden, bekommen daraus einen Teil ihrer Ausbildungskosten erstattet“, erklärt Karlheinz Weniger. In der Bauwirtschaft gebe es diesen „Lehr-Euro“ für Chefs schon längst. Das Modell habe sich seit Jahren bewährt. „Arbeitgeber und Beschäftigte profitieren gleichermaßen. Die Zahl der Azubis ist stabil. Die Unternehmen sorgen für den eigenen Nachwuchs – und die Schulabgänger haben klare Perspektiven“, so Weniger.

Nun sei die Politik gefordert: Notwendig sei ein verlässlicher Rahmen, um die Betriebe an den Kosten der Ausbildung zu beteiligen. Die IG BAU ist überzeugt, dass sich mit der Ausbildungsumlage viele neue und attraktive Lehrstellen in Halle (Saale) schaffen lassen. „Man darf sich nicht damit abfinden, dass so viele Bewerber ohne Ausbildungsplatz bleiben. Wir können es uns einfach nicht leisten, auf das Potential der Jugendlichen zu verzichten“, so Weniger.

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