BWG: Wohnungsgenossenschaft begeht 60. Geburtstag

27. April 2014 | Wirtschaft | Keine Kommentare

54 Bunawerker haben sich 1954 zusammengetan. Im Zuge der damals herrschenden Wohnungsnot gründeten sie eine Wohnungsgenossenschaft und bauten am Rosengarten die ersten Gebäude.

„Nach Feierabend und am Wochenende haben diese Menschen eine enorme Aufbauarbeit geleistet“, sagte Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel angesichts des 60-jährigen Jubiläums der Genossenschaft. Aus der damaligen Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft VEB Chemische Werke Buna (AGW) ist mittlerweile die Bau- und Wohnungsgenossenschaft Halle-Merseburg e. G. (BWG) geworden. Im Gasometer fand am Samstagabend der Festakt statt. Webel hob in seiner Rede hervor, dass die Genossenschaft seit 1993 bereits 117 Millionen Euro in die Bestände investiert und 34.000 Fenster ausgetauscht hat. Heute sind alle 5.000 Wohnungen saniert. Allerdings hat sich die Genossenschaft auch von 4.000 Wohnungen getrennt. Webel hob auch den Fokus auf Behindertenfreundlichkeit hervor. So hat die BWG 280 Wohnungen komplett barrierefrei hergerichtet. Aktuell schafft der Vermieter an einem Plattenbau in Halle-Neustadt ein sogenanntes Laubengangmodul.

Den kurzweiligen Festvortrag hielt Manfred Scherschinski, Präsident des Statistischen Landesamtes. Der berichtete von seiner Ankunft 1992 in Halle. Damals lebten noch gut 300.000 Menschen in Halle und eine Wohnung zu bekommen war nicht so einfach. Man brauchte einen Wohnberechtigungsschein. Auf Warteplatz 113 kam Scherschinski, berichtete der gebürtige Franke. Eine Wohnung in der Silberhöhe bekam er, zunächst ohne Warmwasser. So kaufte er sich vier Kochplatten, um Wasser zu kochen und in die Wanne einzulassen. Viel gelernt habe er in der damaligen Zeit. Haare waschen mit kohlensäureversetztem Mineralwasser empfiehlt er zum Beispiel nicht, da stehen einem die Haare zu Berge. 22 Jahre nach seiner Ankunft in Halle ist Scherschinski immer noch in Halle. „Das ist die Stadt, wo ich es am längsten ausgehalten habe“, sagte er. Und er wohnt noch immer in der Platte in der Silberhöhe. Er habe sich andere Wohnungen in der Innenstadt angeschaut, meinte Scherschinski, doch Plattenbauwohnungen seien hell. Außerdem habe er nette Nachbarn, zusammen mache man immer Stammtische. Das Meckern über die Platten könne er außerdem nicht verstehen, die gebe es im Westen genauso. Bedauerlich fand Scherschinski, dass der Zusammenhalt der Bevölkerung schrumpft und sich Westniveau annähert. Etwas Statistik gab es dann aber doch noch. Halle-Neustadt hatte 1990 noch 93.000 Einwohner, heute sind es 44.000. Ab dem Jahr 2025 werde jeder Dritte Hallenser Ü65 sein.

Am Sonntag feierte die BWG im Gasometer am Holzplatz weiter.Eine große Modellrennbahn, Tombola und Kuchen warteten auf die Besucher. Für musikalische Unterhaltung sorgten Martin Jones und die Lockeren Stadtmusikanten. Für das Programm wurde ein temporäres Dach eingebaut. Auf drei riesigen LED-Wänden wird es Logo zum sechszigjährigen Bestehen gezeigt. Die “60″ besteht aus Fotos der Mitglieder der Genossenschaft.


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