Bessere Bezahlung gefordert: ver.di bestreikt Kaufland und OBI in Halle

4. Juni 2015 | Wirtschaft | 4 Kommentare

Am Donnerstag könnte es an den Kassen länger dauern. Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten im Einzelhandel zu Streiks auf. In Halle (Saale) sind zunächst Kaufland, und OBI betroffen.

Auch weitere OBI-Märkte in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie real,- und IKEA in Erfurt werden bestreikt. Anlass ist, dass die Verhandlungen für die 265.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in der ersten Verhandlungsrunde am 26. Mai ergebnislos vertagt wurden.

„Die Einkommen für die Mehrheit der Beschäftigten im Einzel-/Versandhandel reichen kaum für ein sorgenfreies Leben. Nach 40 bzw. 45 Berufsjahren landen dann viele mit ihrer gesetzlichen Rente unterhalb der Grundsicherung und müssen staatliche Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Hier muss sich grundsätzlich etwas tun“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

“Mit unserer Forderungen nach 1 Euro mehr pro Stunde wollen wir besonders die unteren Einkommensgruppen anheben, die Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge soll der Tarifflucht einen Riegel vorschieben. Besonders im privatisierten Einzelhandel herrschen überwiegend katastrophale Arbeitsbedingungen.“

„Die Arbeitgeber haben zwar eine Tarifanhebung von 1,5% angeboten, aber weder auf die stärkere Anhebung der unteren Einkommensgruppen noch auf die Forderung, die Tarifverträge allgemeinverbindlich zu erklären, sind sie eingegangen. Die genannten 1,5% entsprechen einer Steigerung von 21 Cent/Stunde.
Das kann kein ernst zu nehmendes Angebot sein. Deswegen rufen wir sowohl in tarifgebundenen wie in tariflosen Betrieben zum Streik auf“, so Lauenroth-Mago.

„Fast 80 % der Einzelhandelsbeschäftigten werden nur als Teilzeitkraft zwischen 19 und 30 Stunden beschäftigt, was dazu führt, dass sich nach 40 Jahren Berufstätigkeit eine gesetzliche Rente unterhalb der Grundsicherung ergibt. Die hohe Zahl an Beschäftigten, die als „ungelernte“ eingestellt werden, liegen teilweise mit ihrem Einkommen unterhalb des Hartz IV Satzes“, so Lauenroth-Mago.

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