Baukosten explodieren: Genossenschaft soll Sportparadies in Halle retten

31. Januar 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Seit anderthalb Jahren ruhen die Bauarbeiten am geplanten Sportparadies in Böllberger Weg in Halle (Saale). Viele fragen sich seit dem: passiert da überhaupt noch was? Eine Genossenschaft soll das Projekt jetzt retten. Diese Idee hat Investor Holm Lischewski jetzt vorgelegt. Zusammen mit der Stadt will er, so sein Vorschlag, die gemeinnützige Genossenschaft gründen.

Es könnte der letzte Strohhalm zur Rettung des Komplexes sein, der im Rohbau bereits fertig ist. Durch die Genossenschaft soll frisches Kapital in das Projekt fließen. Lischewski spricht von 3 Millionen Euro. Zwar hat er eine Bürgschaft des Landes über vier Millionen Euro in der Rückhand, jedoch konnte er über die Banken bisher keine zusätzlichen Kredite anleiern. Die sind aber nötig, um weiterbauen zu können. Überhaupt gibt es nun neue Zahlen zu den Baukosten: 18 Millionen Euro, davon 7,5 Millionen Euro für den Innenausbau. Vor vier Jahren war noch von zehn Millionen Euro die Rede.

Doch offenbar drohen auch nach Fertigstellung der Halle Probleme bei der Finanzierung des Betriebs. Denn auch deshalb will Lischewski die Stadt mit im Boot haben. Sie könnte ja zwischen 8 und 14 Uhr das Sportparadies für den Schulsport nutzen. Fraglich aber ist, ob Schulen den Weg mit der Straßenbahn für den Schulsport auf sich nehmen. Außerdem müsste sich die Stadt in dem Falle von Schulturnhallen trennen – was bei einigen mit Blick auf den maroden Bauzustand kein Verlust wäre. Doch abgewogen müssten in dem Falle auch die entstehenden Kosten: wird der Schulsport bei einer Einmietung in das Sportparadies günstiger das der Unterhalt eigener Hallen?

Eigentlich sollte das 22.000qm große Sportcenter bereits Ende 2008 eröffnet werden. Doch Klagen einer Garagengemeinschaft führten zu Verzögerungen, anschließend Auflagen zum Schutz von Fledermäusen, der Tod des Bauleiters und Finanzierungsprobleme.

Geplant sind fünf Hallen-Fußballplätze, vier Tennisplätze, 8 Badminton- und Squash-Plätze, eine 8-Feldwettkampfkegelbahn, ein Tischtennisraum und eine 16 Meter hohe Kletterwand. Daneben sind auch eine Sauna sowie Fitness- und Wellnessangebote vorgesehen. Auch gastronomische Einrichtungen soll es geben. Bislang geöffnet haben lediglich ein Biergarten und ein Beachvolleyplatz.

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