Bauhandwerk rund um Halle mit vollem Dampf voraus

22. Juli 2015 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf, zieht eine positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage im Handwerk im 2. Quartal 2015. Die konjunkturelle Stimmung verbessert sich, von einem guten Niveau ausgehend, weiter. Der Geschäftsklimaindex stieg auf +66. Insbesondere die herausragende Stimmungslage in den baunahen Handwerken trägt dazu bei.
Die Tendenz zur Angleichung der konjunkturellen Lage der verschiedenen Gewerkegruppen hat sich allerdings nicht fortgesetzt. Einer sehr guten Baukonjunktur stehen differenzierte Entwicklungen vor allem in den vom privaten Konsum abhängigen Handwerken und den Kfz-Handwerken gegenüber. Die Betriebsauslastung stieg um zwei Prozentpunkte auf 81 Prozent, die Auftragsreichweiten blieben mit 7,7 Wochen im Vergleich zum letzten Quartal konstant.

Zum Ende des Quartals werden 14.688 Mitgliedsbetriebe gezählt. Das sind 33 weniger als zu Jahresbeginn und 213 weniger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang verläuft parallel zum Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt. Die Zahl der Beschäftigten ist auf 72.500 gestiegen. Die Beschäftigtenzahlen stieg vor allem in den Bauhandwerken, in den Handwerken für gewerblichen Bedarf und dem Kfz-Handwerk ging die Beschäftigung zurück.

Im Fokus des Pressekonjunkturgesprächs: die Situation des Kfz-Handwerks. Die Handwerksbefragung ergab eine positive Marktentwicklung. Das Kfz-Handwerk steht aber auch vor vielen Herausforderungen: Individuelle Mobilität hat in Deutschland sowohl im privaten wie im gewerblichen Bereich eine große Bedeutung. 53,7 Mio. Kraftfahrzeuge sind bundesweit zugelassen, darunter 44,4 Mio. PKW. Zum Kfz-Handwerk zählen die Berufe Kfz-Techniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer, Zweiradmechaniker und Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Im Kammerbezirk Halle sind im Kfz-Gewerbe 1.221 Betriebe in die Handwerksrolle eingetragen (Stand: 30.6.2015). Der Betriebsbestand zeigt seit etwa 20 Jahren nur geringfügige Schwankungen.
Nachdem bereits 2009 und 2012 das Kfz-Handwerk im konjunkturellen Vergleich zum Gesamthandwerk besonders schwach abschnitt, hat sich diese Schere seit 2014 erneut geöffnet.
Um dieser Entwicklung Paroli zu bieten, ist es für das Kfz-Handwerk wichtig, auf den Zukunftsmärkten (Elektromobilität, Selbstfahrsysteme) präsent zu sein, neue Vertriebswege mit den Vorteilen von persönlicher Beratung und Service zu verbinden und sich gegenüber den Herstellern zu behaupten.
Als Gast begrüßt die Handwerkskammer Andreas Ahlhelm, Obermeister der Kfz-Innung Mansfeld-Südharz.

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