Arbeitslosenzahlen gesunken: Der Arbeitsmarkt in Halle im August

1. September 2015 | Wirtschaft | 3 Kommentare

Im August sind in Halle (Saale) und Sachsen-Anhalt die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken. In der Saalestadt sind demnach 13.204 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 113 weniger als im Juli. Die Quote liegt mit 11,4 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 10 Prozent. Sachsen-Anhalt-weit sank die Zahl der Arbeitslosen um 223 auf 116.052. Unter den Arbeitslosen befinden sich 5.700 Ausländer, 1.000 mehr als im Vorjahr. Das liegt laut Arbeitsagentur insbesondere daran, dass Berufsabschlüsse noch nicht anerkannt werden.

Wie gewohnt aber an dieser Stelle auch der Blick hinter die Zahlen. Denn in der offiziellen Quote tauchten etliche Personen gar nicht auf. befanden sich 527 Personen in Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung MAbE nach § 45 SGB III, 806 Personen in der Förderung der beruflichen Weiterbildung FbW, 492 Personen erhielten Eingliederungszuschüsse EGZ (einschließlich §§ 131, 421 f SGB III), eine Förderung der Selbständigkeit erhielten 234 Personen.
Viele Hallenser verdienen aber auch so wenig, dass sie als Aufstocker gelten. Sie erhalten also zusätzlich zum Lohn einen Zuschuss von der Arbeitsagentur. 34.387 Personen in Halle beziehen Hartz IV. Von diesen Personen erhielten 9.771 Sozialgeld, es handelt sich also um Kinder oder Behinderte. Es gibt 19.471 Bedarfsgemeinschaften.

„Die Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich noch mal deutlich“, sagte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius. Der seit Juli zu beobachtende saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber gestoppt. Weiterhin sind vor allem Jugendliche betroffen, die nach der Ausbildung einen Job suchen. Positiv ist die Situation bei den Älteren. Hier sinkt die Arbeitslosigkeit vor allem aus demografischen Gründen. Die nachlassende Zahl der Entlassungen und die steigende Anzahl von Stellenmeldungen sind Indikatoren für den bevorstehenden Herbstaufschwung, der zu einem deutlichen Absinken der Arbeitslosigkeit führen wird. Wir müssen aber weiterhin die Arbeitslosigkeit von ausländischen Mitbürgern im Blick haben. Diese steigt im Vergleich zum vergangenen Jahr an. Es gilt jetzt, diese Menschen beim Zugang zum Arbeitsmarkt verstärkt zu unterstützen. Arbeit ist die beste Form der Integration, zumal wir perspektivisch angesichts deutlicher Fachkräfteengpässe auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.“

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