AHA hegt Bedenken gegen Wasserkraft-Anlage an der Böllberger Mühle

12. Januar 2014 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Die seit Jahren vor sich hin rottende Böllberger Mühle soll aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden. Ein Investor will hier für zwei Millionen Euro eine Wasserkraftanlage errichten.

Am 22. Januar findet nun das Erörterungsverfahren zur Zukunft der Hildebrandschen Mühle statt. Das Landesverwaltungsamt wird dabei das Vorhaben mit dem Investor, den Behörden, den Betroffenen sowie den Personen, die Einwendungen erhoben haben und den anerkannten Naturschutzverbänden erörtern.

Und Kritik gibt es bereits. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (AHA) begrüßt zwar grundsätzlich die Ideen für die Böllberger Mühle, sieht aber eine nicht unerhebliche Gefahr für den 1,8 ha großen Mühlwerder, welcher sich seit dem Ende der zehnjährigen Nutzung als Station „Junge Touristen“ im Jahre 1990 zunehmend als Hartholzauenwald entwickelt. Hierzu gehören mehrere ca. 300 jährige Altstieleichen sowie sukzessiver Gehölzaufwuchs. „Diese Bereiche bilden neben der potentiellen Entwicklung eines standortgerechten Saaleauenwaldes, ideale Lebens- und Rückzugsgebiete für zahlreiche Tierarten. Insbesondere auffällig sind häufige bzw. vereinzelte Beobachtungen von Eisvogel, Grünspecht, Graureiher sowie gelegentlich von Beutelmeise und Wasseramsel“, so der AHA.

Nach Angaben des Umweltvereins weisen die bisherigen Planunterlagen massive Eingriffe in den Mühlgraben mit Fällungen der am Ufer wachsenden Weichholzaue und die Beseitigung von Teilen der Nordspitze des Mühlwerders auf. Auch solle die Fischaufstiegsanlage zu Lasten des Mühlwerders errichtet werden. Der AHA schlägt stattdessen vor, den Bau am Westrand des Böllberger Wehres zu prüfen. Problematisch sei auch, dass die Hochwasser der Jahre 2011 und 2013 nicht angemessen Berücksichtigung finden.

Kritisch sei zudem, die angedachten sogenannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf der Rabeninsel vorzunehmen. Diese gehöre zum Naturschutzgebiet und Schutzgebiet nach der europäischen Flora-Habitat-Richtlinie „Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg“. „Der AHA hält Abholzungsmaßnahmen von Eschenahorn und Hybridpappeln sowie forstlich geprägte Nachpflanzungen für äußerst ungeeignet der seit vielen Jahren voranschreitenden, naturnaheren Sukzession von klassisch auenwaldtypischen Gehölzen wie z.B. Stieleiche, Gemeine Esche, Feldahorn sowie Flatter- und Feldulme hilfreich zu sein. Eher ist mit massiv störenden Eingriffen und mit Verschlechterungen in der Auenwaldstruktur und –zusammensetzung zu rechnen.“

Man sehe ungemeinen Nachbesserungsbedarf, um die Erzeugung von Elektroenergie aus Wasser in der WKA in Halle-Böllberg zu Recht als ökologisch, sauber und nachhaltig bezeichnen zu können.
(Foto: Ralf Liebegott)

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