12.507 Migranten mit Job in Sachsen-Anhalt

17. Dezember 2014 | Wirtschaft | 2 Kommentare

In Sachsen-Anhalt haben derzeit 12.507 Männer und Frauen mit ausländischem Pass einen Job. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Im März 2009 lag diese Zahl noch bei 6.566 Personen.

Blickt man auf den Gesamtanteil der Beschäftigten, so liegt der Anteil der Ausländer in Sachsen-Anhalt bei 1,6 Prozent. Dies verwundert allerdings nicht, hat doch Sachsen-Anhalt auch die niedrigste Migrantenquote in ganz Deutschland. Bundesweit liegt der Anteil bei 8,2 Prozent.

„„Die meisten Zuwanderer bevorzugen zwar immer noch westdeutsche Ballungsräume, Sachsen-Anhalt ist als Arbeitsort für Menschen aus dem Ausland aber in den vergangenen Jahren attraktiver geworden, das ist ein gutes Zeichen und eine echte Chance für uns alle“, sagt der Chef BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius, anlässlich des Tags der Migranten am 18. Dezember. Fast 70 Prozent der ausländischen Beschäftigten arbeiten laut BA-Statistik als Fachkräfte, Spezialisten oder Experten, also in Tätigkeiten, die eine berufliche Qualifikation erfordern. Fachkräftebedarfe gibt es in Sachsen-Anhalt unter anderem in den Bereichen Pflege und Gesundheit, in der Schweiß-, Energie- und Heizungstechnik.

BA unterstützt bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte
Mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) verfügt die BA über Spezialisten, die in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Arbeitsverwaltungen Auszubildende und Fachkräfte in ganz Europa sucht und anwirbt. Arbeitgeber aus Sachsen-Anhalt müssen sich aber nicht direkt an die ZAV wenden. Bei der Suche nach ausländischen Mitarbeitern sind die regionalen Arbeitgeber-Service die richtigen Ansprechpartner“, so Senius. Auch 2015 greift wieder das Programm „EU-Mobi-Pro“, mit dem es gelungen ist, 200 junge Ausländer zur Ausbildung nach Sachsen-Anhalt zu holen. Schwerpunktländer waren Ungarn, Portugal und Spanien. Ein spezieller Service besteht für Unternehmen der Pflegebranche. Über das Projekt „Triple Win“ kann die ZAV ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger auch aus nichteuropäischen Ländern nach Deutschland holen.

Mehr als die Hälfte kommen aus EU-Staaten
Mehr als die Hälfte [6.997] der ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kommen aus EU-Staaten. Unter Ihnen stellen 2.549 Männer und Frauen aus Polen den größten Anteil, gefolgt von Rumänen mit 710. Unter den Menschen aus europäischen Staaten, die nicht der EU angehören, dominieren Beschäftigte aus der Türkei [734], gefolgt von Männern und Frauen aus der russischen Föderation [656]. 1.893 Menschen aus Asien arbeiten in Sachsen-Anhalt, 611 von ihnen haben die vietnamesische Staatsangehörigkeit, gefolgt von 173 Chinesinnen und Chinesen. Vom afrikanischen Kontinent kommen 525, aus Nord- und Südamerika 351 und aus Australien und Ozeanien nur 23 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

„Willkommenskultur“ mit Leben erfüllen
Kay Senius erklärte, dass das Wort „Willkommenskultur“ mit Leben gefüllt werden müsse. „Die Verabschiedung von Mindeststandards für die Anwerbung von ausländischen Fachkräften ist ein erster Schritt. Eine echte Willkommenskultur entsteht, wenn Werte wie Akzeptanz, Offenheit und Toleranz von der gesamten Gesellschaft in Sachsen-Anhalt verinnerlicht und gelebt werden“, sagte Senius.

Print Friendly, PDF & Email
2 Kommentare

Kommentar schreiben