10.000 Besucher kamen zur Aus- und Weiterbildungsmesse

27. Januar 2013 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Etwa 10.000 Besucher – und damit so viele wie im Vorjahr – wurden an diesem Wochenende bei der zehnten Auflage der Aus- und Weiterbildungsmesse „Chance“ in der Halle-Messe in Bruckdorf im Messe-Handels-Centrum gezählt. 235 Aussteller aus der Region, darunter die Stadtwerke, die Arbeitsagentur, das Bauunternehmen Papenburg oder die IHK stellten sich vor.

In Podiumsdiskussionen gab es beispielsweise Tipps zur richtigen Bewerbung. Waren es am Freitag vor allem Schüler, die das Gelände stürmten, kamen am Wochenende viele Eltern mit ihren Kindern, um sich gemeinsam einen Überblick zu den Ausbildungs- und Studienangeboten zu verschaffen und gezielt nach Voraussetzung und konkreten Bedingungen zu fragen. Jobsuchende, darunter Studenten, junge Absolventen und solche, die sich beruflich verändern möchten, nutzten die Gelegenheit, ihre möglichen neuen Arbeitgeber im Gespräch kennenzulernen und einen ersten Einblick ins Unternehmen zu bekommen. Erfreulich war auch, dass zahlreiche potentielle Existenzgründer sich sehr intensiv über Möglichkeiten der Unternehmensgründung informierten und ihre Geschäftsidee vor Ort einer ersten Prüfung unterzogen.

„Die Perspektiven für junge Menschen sind in Sachsen-Anhalt so gut wie nie zuvor. Die Zahl der Bewerber und die Zahl der zur Verfügung stehenden betrieblichen Ausbildungsstellen sind annähernd ausgeglichen. Wer qualifiziert ist, kann sich seine Lehrstelle quasi aussuchen“, erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff. Für die Firmen sei die Situation weniger komfortabel. Auch wenn rechnerisch genug potenzielle Auszubildende vorhanden seien, fänden sich nicht immer die passenden für den konkret zu besetzenden Platz. Viele Stellen könnten nicht besetzt werden, weil die erforderlichen Schlüsselkompetenzen fehlten. Deshalb steige in Sachsen-Anhalt die Zahl der vakanten Ausbildungsplätze, betonte der Ministerpräsident. Das A und O sei ein Schulabschluss, der von zu vielen Schülerinnen und Schülern nicht erreicht werde. Die Gesellschaft könne es sich schlicht nicht leisten, auch nur eine oder einen von ihnen aufzugeben. Deshalb müsse es noch mehr Anstrengungen geben, die Abbrecherquote zu senken und die Betroffenen zur Ausbildungsreife zu führen. Darüber hinaus stehe eine Verbesserung der Berufsorientierung im Fokus, unterstrich Haseloff. Es sei weder im Interesse der Jugendlichen noch der Firmen, wenn in Sachsen-Anhalt jeder Dritte seine Ausbildung abbreche.

Einer der Aussteller war die Klemme AG, die aktuell über 40 Auszubildende in sechs verschiedenen Berufen sucht. „Wir hatten viele interessierte Besucher und ich bin sicher, aus den hier geknüpften Kontakten wird etwas. Die Präsentation war für uns wichtig, auch um die Bekanntheit des Unternehmens zu erhöhen“, erklärt Matthias Nolte (39), betrieblicher Ausbilder. Besonders interessant: Am Stand beriet eine Auzubildende, die im letzten Jahr zur Chance hier ihren Ausbildungsplatz gefunden hat.

Gefreut über das rege Interesse hat sich auch Tina Küstenbrück von Career Center. Sie hatte eine „Job-Wall“ aufgebaut und zu ihren Stellenangeboten viele Nachfragen. „Es hat sich gelohnt, hier zu sein. Gern kommen wir wieder, auch, weil wir Unternehmen, zu denen wir auf der Chance Kontakt gefunden haben, nun bei ihrer Fachkräftesuche unterstützen können.“ Großes Interesse auch im Logistik-Bereich: Susann Welke von der Dachser GmbH und Co. KG zeigte sich erneut sehr zufrieden. „Wir nehmen eine Reihe interessanter Initiativbewerbungen mit. Überhaupt war die Besucherresonanz sehr hoch.“ Das bestätigt auch der Speditionsleiter von AROBA Logistik GmbH, Andreas Marx. „Am Wochenende haben wir viele engagierte Eltern getroffen, die mit ihren Kindern gekommen sind. Resultat: Wir verlassen die Messe mit eingereichten Bewerbungen.“

Mit dem Ende der 10. Auflage beginnen zugleich die Vorbereitungen auf die Chance 2014, die dann vom 17. bis 19. Januar in der HALLE MESSE stattfindet.

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