Wohnpark Paulusviertel: Initiative gegen Initiative

15. April 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

In der vergangenen Woche hat die Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung (HGWS) ihre abgespeckten Pläne für das Projekt Wohnpark Paulusviertel präsentiert. Während die Initiative Pro Pauluspark die Pläne weiterhin ablehnt und einen Park favorisiert, kommt von einer anderen Initiative Zustimmung.

Die Bürgerinitiative Paulusviertel, die sich in den Wendejahren organisiert hatte und sich unter anderem um das Paulusfest kümmert, spricht von „Interesse und Zustimmung.“ In den jetzigen Planungen sei ein gutes Ergebnis des Prüfungsverfahrens durch die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung und des Denkmalschutzes zu sehen. „Es ist daher zu begrüßen, wenn nun endlich das vom Verfall bedrohte Gebäude des früheren Regierungspräsidiums saniert und das verwahrloste Gelände einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird“, so die BI-Vorsitzende und SPD-Stadträtin Hanna Haupt.

„Insbesondere begrüßen wir es, wenn Familien und Senioren damit im Paulusviertel neue Wohnungen finden, die ein Generationen übergreifendes Wohnen ermöglichen“, erklärt Haupt weiter. „Wir halten grundsätzlich die vorgesehene Neubebauung in der überarbeiteten Version mit teilweise verringerter Geschoßzahl und fehlendem Riegel mit dem Wohncharakter des Paulusviertels vereinbar. Die Planungen zur Bebauung des Areals rund um den Hasenberg erfolgten in den Jahren nach 1880, doch ist nicht zu übersehen, dass auch die folgenden Jahrzehnte nach dem Baubeginn überall ihre Spuren hinterlassen haben. Die Vielfalt der Architektur, macht den oft gepriesenen Charme des Paulusviertels aus. Warum soll nicht auch das 21. Jahrhundert sich daran beteiligen?“

Haupt verweist auch darauf, dass es sich beim Paulusviertel um „einen urbanen Teil der Altstadt handelt und nicht primär um einen Stadtrand- oder Park- und Grünflächenbereich mit Gartenstadtcharakter. Die vergleichsweise wenigen, zumeist wild wachsenden Bäume des vorhandenen Geländes die beseitigt werden müssten, stellen einen geringeren städtebaulichen Wert dar als die vorgesehene Eckbebauung und der solitäre Wohnwürfel. Mit gut überlegten Neupflanzungen, die der Entwicklung der Bäume genügend Raum bieten, wird ein adäquater Ausgleich geschaffen.“

Zudem appelliert Haupt an die Bewohner des Viertels, dass sich die BI darüber freuen würde, „wenn die Bewohner/Innen des Paulusviertels mit großer Einsatzfreude die Schönheit des Paulusviertels erhalten, die Grünflächen- und Spielplätze pflegen und auch weiterhin darauf achten, dass das Paulusviertel ein sauberes und grünes Wohngebiet bleibt, in dem sich alle Bewohner wohlfühlen und gegenseitig achten.“

Weiterführender Artikel über die abgespeckten HGWS-Pläne:
Wohnpark Paulusviertel: an finanzieller Leistungsgrenze

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