Wissenschaftler aus Halle übernehmen wichtige Aufgaben in Europäischen Forschungsgesellschaften

29. Oktober 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Gleich zwei Wissenschaftler aus Halle übernehmen wichtige Aufgaben in Europäischen Forschungsgesellschaften. So ist Thomas Groth neuer Präsident der Europäischen Gesellschaft für Künstliche Organe. Und die Europäische Fachgesellschaft für Ohrenheilkunde und Neuro-Otologie ernennt den halleschen HNO-Professor Stefan Plontke zum Deutschlandrepräsentanten.

Die ESAO ist die einzige europäische Gesellschaft auf dem Gebiet der Erforschung und Entwicklung künstlicher Organe. Der hallesche Biophysiker Groth übernimmt das Amt von Prof. Dr. Bernd Stegmayer (Schweden). „Ich freue mich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe“, sagt Thomas Groth über die Wahl. In seiner Amtszeit als ESAO-Präsident wird er unter anderem die Jahrestagung 2015 in Belgien mit koordinieren. „Außerdem möchte ich noch mehr junge Leute dafür gewinnen, sich in der ESAO zu engagieren“, sagt Thomas Groth. Für die berufliche Entwicklung von jungen Wissenschaftlern, Medizinern und Ingenieuren wurde extra eine Jugendorganisation innerhalb der Gesellschaft etabliert, die yESAO. Die ESAO unterstützt in Europa Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Organe, wie der künstlichen Niere und der künstlichen Lunge. Auch die Erforschung und Entwicklung von Implantaten und des „Tissue Engineerings“ verschiedener Gewebe wird von der ESAO mit vorangetrieben. „Die Förderung der Zusammenarbeit von Grundlagenwissenschaften, klinischer Medizin und der biomedizinischen Industrie ist ein Hauptbestandteil unserer Arbeit“, fasst der neue Präsident zusammen. In dieser Funktion wird er auch den engen Kontakt zu den Schwestergesellschaften in den USA (ASAIO) und Japan (JSAO) halten. Thomas Groth, Jahrgang 1956, hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Biophysik studiert und wurde dort 1991 auch promoviert. Bis zu seiner Habilitation im Jahr 2003 an der Universität Potsdam arbeitete er am Helmholtz-Zentrum Geesthacht. 2004 wurde Groth auf die Professur „Biomedizinische Materialien“ an der MLU berufen.

Die European Academy of Otology and Neurotology (Europäische Akademie für Ohrenheilkunde und Neuro-Otologie) hat Prof. Dr. Stefan Plontke zum Repräsentanten („Regional Secretary“) der EAONO für Deutschland ernannt. Prof. Plontke ist Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Die Akademie beschäftigt sich vor allem mit der Diagnostik und Therapie von Störungen der Sinne Hören und Gleichgewicht durch Erkrankungen wie Entzündungen, Fehlbildungen, genetisch bedingte Funktionsstörungen, Verletzungen und Tumoren des Ohres und der seitlichen Schädelbasis. Die EAONO konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Förderung des ärztlichen Nachwuchses im Rahmen der strukturierten Weiterbildung, im Rahmen von europäischen Hospitations- und Fellowship-Programmen, die Erstellung von Leitlinien zur Behandlung von Patientinnen und Patienten und die wissenschaftliche Forschung. Die Akademie ist in mehr als 20 europäischen Ländern aktiv. Professor Plontke wird die Arbeit der Fachgesellschaft in den kommenden vier Jahren in und von Deutschland aus fördern und sich für die Verknüpfung von Forschungsvorhaben über die Ländergrenzen hinweg einsetzen: „Wir wollen ein europäisches Denken im Bereich der Forschung fördern.“ Dazu sei er neben seiner Deutschland-Repräsentanz im Forschungskomitee der Europäischen Akademie aktiv. Außerdem wolle er angehende Fachärzte/innen für die Mitarbeit in der EAONO gewinnen. Professor Dr. Stefan Plontke wurde 1968 in Dresden geboren. Er studierte an der Charité in Berlin sowie in Schottland und den USA Medizin (1990-1997). Seine Promotion schloss er mit der Note „summa cum laude“ ab. Zwischen 1999 und 2003 war Professor Plontke Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Tübingen und forschte zusätzlich als Arbeitsgruppenleiter am Hörforschungszentrum Tübingen (THRC). Zwei Jahre später wurde er zum Oberarzt der Klinik ernannt und habilitierte 2006. Prof. Plontke ist Gutachter für diverse Zeitschriften und wurde mehrfach ausgezeichnet. In Halle ist er seit 2010 als Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde tätig.

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