Wie weiter mit dem Riebeckplatz: Stadtverwaltung stellt Ideen vor

17. April 2014 | Vermischtes | 2 Kommentare

Er ist einer der markantesten Plätze in der Stadt, aber völlig unattraktiv: der Riebeckplatz in Halle (Saale). Seit dem Abriss der beiden Hochhäuser ist er eigentlich nur noch ein riesiger innerstädtischer Autobahnknoten.

Doch das soll sich ändern. Am 23. April werden nun Ideen zur Gestaltung des Riebeckplatzes vorgestellt. Dazu wird es von 18 bis 20 Uhr eine Bürgerversammlung im Kleinen Saal geben. Die Veranstaltung ist laut Stadtverwaltung Auftakt eines Beteiligungsprozesses zur Entwicklung des Gebietes zwischen Hauptbahnhof und Leipziger Turm. Die Anbindung der Stadt Halle (Saale) an die neue ICE-Strecke von Erfurt nach Leipzig soll auch dem Standort Riebeckplatz neue Impulse geben.
Die Stadt hofft auf Ideen und Anregungen durch die Hallenser. Im Juni wird sich ein Städtebauworkshop anschließen. Hier soll ein planerisches Leitbild für den Platz entwickelt werden.

Im nächsten Jahr soll dann der Realisierungswettbewerb abgeschlossen sein. Hierzu werden auch Gespräche mit der städtischen Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG), der das betreffende Areal gehört, über eine konkrete Umsetzung der Pläne geführt. Ziel der Stadtverwaltung ist, dass das neue Verwaltungszentrum spätestens im Jahr 2018 bezogen werden kann.

Bereits im kommenden Jahr soll im Bereich des Edeka-Supermarkt gebaut werden. Insgesamt 15 Millionen Euro will die HWG in den Komplex an der Ecke Leipziger Straße / Dorotheenstraße investieren. Neben einem Supermarkt und Gewerbeflächen sollen auch 100 Wohnungen entstehen. Dazu fand bereits in Architektenwettbewerb statt. Mit den beiden Siegerentwürfen gibt es weitergehende Planungen.
Platz 1 ging an das Weimarer Büro „Junk und Reich“. 34 Meter hoch soll der Bau werden. Die Jury lobte eine „gelungene Verbindung von zeitgenössischer Architektur und innovativer Funktionalität.“ Durch die ansprechende Gestaltung des Sockelgeschosses werde eine „erlebbare Eingangssituation zur Altstadt geschaffen.“ Der Höhenunterschied zwischen Dorotheenstraße und Riebeckplatz soll neben einer Treppe über einen Außenaufzug erfolgen. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt durch eine Art „Loggia“. Nicht ganz zufrieden mit der Lösung ist Edeka, unter anderem auch weil das Treppenhaus im Markt ist und der Bäcker abgekoppelt werden soll. Eine Tiefgarage ist hier nicht vorgesehen.

Platz 2 ging an das hallesche Büro „dietzsch und weber architekten“. Dort war die Expertenrunde mit der Fassadengestaltung des 8-Geschossers nicht ganz zufrieden. Der Übergang zur Gründerzeitbebauung sei zur hart, das Gebäude erhalte eine zu große Dominante. Dagegen fand Edeka den Entwurf gut. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt zum Teil über offene Laubengänge. An die kleine Küche schließt sich eine Loggia an. Die Erweiterung der jetzigen Sackgasse Martinstraße soll platzartig werden. Auch eine Tiefgarage ist vorgesehen, die durch ihre Lage neben der Tiefgarage des Hotels aufwendige Gründungsarbeiten unnötig macht. Auf dem Dachgeschoss ist eine Art „Balkon mit Blick über Halle“ vorgesehen, der für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung stehen könnte. Der Höhenunterschied zur Dorotheenstraße soll neben einer Treppe durch eine Art Serpentine aufgefangen werden, wodurch auch Radler und Rollstuhlfahrer den Bereich problemlos nutzen können.

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