Wichtiger Impuls für Halle: Grundsteinlegung für Forschungsneubau am Weinberg Campus

18. Dezember 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am Donnerstag wurde auf dem Gelände des Weinberg Campus in Halle (Saale) der Grundstein für das Proteinforschungszentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gelegt.
Forschungsneubau
Finanzstaatssekretär Jörg Felgner erklärte, dass dies der erste Forschungsneubau im Land Sachsen-Anhalt sei, der von der Bundesregierung mit rund 19 Millionen Euro bezuschusst würde. Sein Kollege aus dem Wirtschaftsministerium, Marco Tullner, sprach von einem wichtigen Impuls für den Wissenschaftsstandort Halle. Insgesamt werden 40 Millionen Euro investiert.

Das neue Proteinzentrum wird 13 Arbeitsgruppen der Fachbereiche Biologie, Biochemie, Pharmazie und Medizin unter einem Dach vereinen und soll somit ein bedeutendes Zentrum für den Forschungsschwerpunkt Proteinbiochemie an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg werden.

Knapp 5.400 Quadratmeter Nutzfläche stehen bereit. Davon entfallen rund 3.900 m² auf Labore und etwa 1.060 m² auf separate Büroräume. Die Räume müssen dabei mindestens vier Meter hoch sein, denn technische Großgeräte wie Kernspinresonanz- Spektroskope oder Nuklearmagnetresonanzspektrometer müssen schwingungsentkoppelt eingebaut werden. Spätestens 2016 soll das neue Zentrum bezogen werden.

Mit dieser Baumaßnahme könne laut Finanzministerium nicht nur ein Beitrag zur Erweiterung und baulichen Verbesserung der Hochschullandschaft geleistet, sondern auch die Bauwirtschaft in erheblichem Maße gestärkt werden. Bisher wurden neun Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen von circa 4,9 Millionen Euro vergeben. Davon gingen allein sieben Aufträge an Firmen aus Sachsen-Anhalt. Auch wurden Planungs- und Ingenieurleistungen an sieben Büros aus Sachsen-Anhalt vergeben. Im weiteren Verlauf der Baumaßnahme werden noch weitere 40 Bauaufträge vergeben werden.

Staatssekretär Felgner sagte, dass das Land erhebliche finanzielle Mittel in die Verbesserung der Hochschullandschaft investiere: „Alles in allem werden für die großen Baumaßnahmen der Universität rund 157 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen jährlich circa sechs Millionen Euro für den Bauunterhalt sowie für kleine Baumaßnahmen. Für die Jahre 2015 und 2016 werden sich diese Mittel noch einmal erhöhen. Das ist ein klares Bekenntnis des Landes zur Uni in Halle!“

Wissenschaftsstaatssekretär Marco Tullner unterstrich die große Bedeutung des Neubaus für die Martin-Luther-Universität und für das Land: „Mit dem Protein-Forschungszentrum entsteht auf dem Weinberg Campus ein neuer Nukleus für absolute Spitzenforschung. Aus Sicht des Landes ist gerade die enge Vernetzung der Medizin mit den Naturwissenschaften besonders wichtig. Dies wird die Forschung in Halle weiter voranbringen.“

Benannt wird das Zentrum nach “Charles Tanford. Damit will die Uni den unter dem Namen Karl Tannenbaum (1921-2009) in Halle geboren Wissenschaftler ehren. Die jüdische Familie emigrierte 1929 nach England und änderte dort ihren Familiennamen. Charles Tanford erhielt seine akademische Ausbildung in den USA und verbrachte dort sein gesamtes wissenschaftliches Leben. Er war einer der Pioniere der physikalischen Chemie von Proteinen und führte insbesondere grundlegende Arbeiten zur Stabilität der Proteinstruktur durch.

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