Weitere Stolpersteine erinnern an jüdische Opfer der Nazis in Halle

10. November 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Von einst 1.086 Juden in Halle überlebten nur 49 den Nationalsozialismus. Am Dienstag wurden in Halle (Saale) wieder Stolpersteine in Gedenken an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten verlegt.
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Eingebracht wurden die kleinen Gedenktafeln diesmal in der Adolph-von-Harnack-Straße, Blumenstraße, Großen Steinstraße, Krausenstraße, Magdeburger Straße, Rathausstraße, Südstraße und Turmstraße. Sie erinnern an 13 jüdische Hallenser, die von den Nazis entweder vertrieben oder in den Konzentrationslagern ermordet wurden.

Die „Stolpersteine“ sind kleine Gedenktafeln aus Messing und werden auf Fußwegen in den Boden eingelassen. Sie sollen die Passanten innehalten lassen und an Hallesche Bürger erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet worden sind – Juden, Zigeuner, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Behinderte. Alle Steine wurden durch Spenden ermöglicht. Mittlerweile gibt es rund 55.000 Steine in 20 Ländern.


Adolph-von-Harnack-Straße 13 (damals Blumenthalstraße 13)
HIER WOHNTE
MARTIN SACHS
JG. 1883
DEPORTIERT 1.6.1942
SOBIBOR
ERMORDET 3.6.1942

HIER WOHNTE
PAULA SACHS
GEB. MARCUS
JG. 1894
DEPORTIERT 1.6.1942
SOBIBOR
ERMORDET 3.6.1942

Blumenstraße 6
HIER WOHNTE
EDITH SOMMERICH
GEB. FRENKEL
JG. 1893
DEPORTIERT 1.6.1942
SOBIBOR
ERMORDET 3.6.1942

Große Steinstraße 30
HIER WOHNTE
FANNY KOPPEL
GEB. KANNER
JG. 1881
DEPORTIERT 14.11.1941
MINSK
TOT IM GHETTO

HIER WOHNTE
ROSALIE KOPPEL
JG. 1906
VERTRIEBEN 28.10.1938
KRAKAU
TOT OSTGALIZIEN

Krausenstraße 10
HIER WOHNTE
ROSA STEMPEL
GEB. CERF
JG. 1867
DEPORTIERT 19.9.1942
THERESIENSTADT
TOT 8.10.1942

HIER WOHNTE
SIEGFRIED STEMPEL
JG. 1888
AB 1938 MEHRFACH INHAFTIERT
KZ BUCHENWALD
TOT 18.9.1940

HIER WOHNTE
CHARLOTTE STEMPEL
JG. 1894
EMIGRATION 25.4.1939
SHANGHAI
FLUCHT IN DEN TOD
1.8.1940

Magdeburger Straße 35 (damals Hindenburgstraße 48)
HIER WOHNTE
JULIUS SOMMERICH
JG. 1878
DEPORTIERT 1.6.1942
SOBIBOR
ERMORDET 3.6.1942

Rathausstraße 8
HIER WOHNTE
ISAAC SALKIN
JG. 1866
EMIGRATION 25.4.1939
SHANGHAI
TOT 27.8.1942

HIER WOHNTE
TAUBE SALKIN
JG. 1883
EMIGRATION 25.4.1939
SHANGHAI
TOT 3.12.1942

Südstraße 51
HIER WOHNTE
ARON PLASTEREK
JG. 1863
DEPORTIERT 10.1.1944
THERESIENSTADT
TOT 18.4.1944

Turmstraße 156
HIER WOHNTE
ELISE CERF
JG. 1870
DEPORTIERT 19.9.1942
THERESIENSTADT
TOT 19.10.1942

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