Weihnachtsworte von Politikern und Kirchenvertretern

24. Dezember 2012 | Vermischtes | 2 Kommentare

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat Weihnachten als Fest der Familie und der Ruhe gewürdigt. „In vielen Familien wird das Weihnachtsfest immer nach demselben Ritual gefeiert. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, kehren Sie zu diesem Fest zurück. Es kehrt Ruhe ein, und die Menschen werden sich bewusst, was es bedeutet, das Weihnachtsfest in Frieden zu begehen. Das ist nicht überall so. Wir können auch mit Blick auf die Geschichte dankbar sein, in einem demokratischen Deutschland, in einem friedlichen Europa Weihnachten zu begehen“, sagte Haseloff in seiner Videobotschaft zum Weihnachtsfest. Man müsse auch jene denken, die es ermöglichten, dass Weihnachten so gefeiert werden könne, wie es sich die Menschen wünschten. Er werde deshalb an Heiligabend Personen besuchen, die an diesem Tag Dienst täten und ihnen danken, betonte der Ministerpräsident. „Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und auch alles Gute für das neue Jahr. Möge all das in Erfüllung gehen, was wir uns für unser Land gemeinsam vorgenommen haben“, sagte Haseloff.

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, stellt in ihrem diesjährigen Weihnachtswort die Rolle von Josef in den Mittelpunkt. „Wie war das eigentlich mit Joseph? Er ist in der Weihnachtsgeschichte der Mann im Hintergrund. In der ganzen Weihnachtsgeschichte sagt er kein einziges Wort. Auf alten Weihnachtsdarstellungen sind sie alle zu sehen: Maria und das Jesuskind. Die Hirten, die zur Krippe eilen. Die heiligen drei Könige, denen ein Stern den Weg zeigt. Natürlich dürfen Ochs’ und Esel nicht fehlen. Sie gehören zum Stall als die eigentlichen Bewohner. Und sie stehen für den Retter, den Messias, der Frieden bringt auch zwischen Menschen und Tieren. Auf diesen schönen Bildern kommt einer oft zu kurz: Joseph, der Mann Marias und Vater Jesu. Meist steht er irgendwo im Hintergrund oder etwas abseits, als käme es auf ihn nicht an. Dabei lasten so viele Aufgaben auf ihm: Er führt seine hochschwangere Frau nach Bethlehem. Er organisiert eine Notunterkunft, damit das Kind nicht unter freiem Himmel zur Welt kommen muss. Er kümmert sich, er ist da, wann immer er gebraucht wird. Mit all den Sorgen, die Joseph hat, mit all den Aufgaben, die er bewältigen muss, ähnelt er vielen Menschen heute: So viel ist zu erledigen. So dicht gepackt ist der Arbeitsalltag. Für echte Muße, für Ausruhen (und nicht nur mal eben Pause machen) ist kaum Zeit. Der Druck wächst Jahr für Jahr. Alles kann und soll noch besser werden, da heißt es: ‚es gibt noch Optimierungsbedarf’. Ist da noch Zeit für das Weihnachtswunder? Und andere, denen Arbeit fehlt, leben nahe am Existenzminimum, wie der arme Zimmermann mit seiner Frau und dem neugeborenen Kind. Ist da noch Raum für das Weihnachtswunder? Joseph, der Engagierte. Joseph, der Sorgenvolle. Der den Rücken krumm macht und Verantwortung übernimmt. Auch wenn er oft eher am Rand des Geschehens scheint: Er ist wichtig. Auf ihn und seinen Einsatz kommt es an. Und: Auch er kann zur Ruhe kommen. Er erfährt, wie Gott ihm nahekommt und Glanz in sein Leben bringt. Sein Traum wird wahr. Er spürt den Frieden im armseligen Stall. Er kann loslassen – und über das Wunder des Kindes staunen: Gott kommt auf die Erde und wird ein hilfloser Mensch. Und zeigt so: jeder Mensch ist ihm wichtig. Gott sieht jeden Menschen freundlich an. Dafür muss keiner und keine den Rücken krumm legen. So wünsche ich Ihnen ein Weihnachtsfest mit Zeit und Raum für das Weihnachtswunder: Dass die Sorgen und Schwierigkeiten, mit denen wir tagtäglich ringen, ein Stück zurücktreten. Dass ein liebevolles Licht auf unser Leben und unseren Alltag fällt. Dass wir loslassen können und uns öffnen für Gottes Freundlichkeit. Dass wir unseren Träumen nachsinnen können von Frieden in Nah und Fern. So wünsche ich Ihnen frohe und besinnliche Weihnachtsfesttage!“

Auch Halles neuer Oberbürgermeister Bernd Wiegand äußert sich in einem Weihnachtswort. „Liebe Hallenserinnen und Hallenser, während meines Wahlkampfes habe ich mich zu mehr Offenheit, Kreativität und vor allem Bürgernähe bekannt. Auch zu mehr Stolz auf unsere Stadt, deren Souveränität wir mit Selbstbewusstsein erhalten und verteidigen müssen. Mit meinem Amtsantritt als Oberbürgermeister habe ich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung innerhalb weniger Tage eine Verwaltungsstrukturreform in Kraft gesetzt. Unser Ziel ist es, durch Dienstleistungszentren und eine gestraffte Struktur der Verwaltung konkrete Verantwortlichkeiten stärker herauszuarbeiten, zu bündeln und an bestimmten Stellen einheitliche Ansprechpartner für Ihre Behördengänge zu schaffen. Denn wir verstehen uns als Dienstleister für Ihre Anliegen und Interessen. Um dies zu realisieren, setze ich auf hochmotivierte Mitarbeiter, die miteinander an einem Strang ziehen. Es soll Ihnen, den Hallenserinnen und Hallensern, Freude bereiten, mit uns zusammenzuarbeiten. Zum Zweiten haben wir innerhalb von wenigen Tagen einen Haushaltsentwurf für das Jahr 2013 vorgelegt, der nun in den Ausschüssen des Stadtrates im Detail beraten wird. Wird der Haushaltsentwurf bestätigt, so ermöglicht er unter anderem, Vereinen dringend erforderliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen oder Fördermittel für wichtige städtische Vorhaben zu gewinnen. Schon heute möchte ich Sie zu einem „Tag der offenen Tür“ in den Ratshof und das Stadthaus einladen. Am Sonntag, dem 13. Januar 2013, haben Sie von 11 bis 16 Uhr die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit mir und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit Vertretern der Stadtratsfraktionen ins Gespräch zu kommen. Auch unser Amtsblatt zeugt vom „frischen Wind“. Ein modernes, frisches Layout wird mit dieser Dezemberausgabe für mehr Lesefreundlichkeit sorgen. Liebe Bürgerinnen und Bürger, eines meiner wichtigsten Anliegen ist die Stärkung des Südens von Sachsen-Anhalt. Um das zu erreichen, brauchen wir ein starkes Halle und einen starken Saalekreis. Im Schulterschluss mit unserem Nachbarkreis – aber auch mit unserer großen Schwester Leipzig – treten wir souverän und selbstbewusst auf, schließlich haben wir vieles vorzuweisen: Exzellente Potenziale in Wissenschaft und Bildung, hochmoderne Schlüsseltechnologien und junge Firmengründer, modernes Handwerk und erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen. Und nicht zuletzt eine stolze Geschichte mitten im Herzen Deutschlands, eine reichhaltige Kultur. Darüber müssen wir reden, das müssen wir bundesweit und international bekannter machen. Ich lade Sie ein, hier mitzutun und sich einzubringen, denn diese Stadt ist Ihre Stadt. Blicken wir mit Vorfreude auf das neue Jahr. Ich wünsche Ihnen im Kreis Ihrer Familien und Freunde ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr 2013.“

Der katholische Bischof des Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, sagte: „Zur Ruhe kommen, gemütvoll feiern, köstlich essen, originell schenken und beschenkt werden – das wünschen sich viele zum Weihnachtsfest. Seine ursprüngliche Botschaft aber greift noch tiefer. Für mich verbinden sich damit auch wesentliche Anregungen für das ganze Leben. Das fängt schon mit den Geburtsumständen Jesu von Nazareth an. Die waren alles andere als idyllisch: von der Entbindung in einem Stall oder einer Höhle bis zur Verfolgung durch König Herodes und der Flucht nach Ägypten. Dementsprechend hieße „weihnachtlich zu leben“ erst einmal, die Wirklichkeit so wahrzunehmen, wie sie ist, auch mit ihren Schattenseiten, ihren Begrenzungen, Nöten und Ängsten. Nichts sollte verdrängt oder beschönigt werden. Vielmehr gilt es, sich allem mutig zu stellen. Dafür braucht man aber wohl einen festen Rückhalt und ein verlässliches Ziel. Nur wenn man auf irgendetwas – noch besser: auf irgendjemanden – setzen oder hoffen kann, erscheint es möglich, Bedrängnisse positiv zu bewältigen. Weihnachten kündet davon, dass nicht alles trostlos und verloren ist: Der Himmel öffnet sich. Gott wird Mensch, wendet sich uns liebevoll zu und geht dabei bis zum Äußersten. Ein Licht leuchtet in der Finsternis. Wer daran glaubt, dass er mehr zu erwarten hat, als er sich selbst schaffen kann, wer seine Zukunft bei Gott sieht, für den ist der Himmel mindestens einen Spalt offen, dem wird es ein Anliegen sein, auch anderen zu einer solchen Perspektive zu verhelfen. Und schließlich erinnert Weihnachten an einen radikalen Neuanfang vor etwa 2000 Jahren. Noch heute sprechen wir von der Zeit vor und nach Christus und beziehen uns bei der Zählung unserer Jahre darauf. Oftmals erfahren auch wir heute mehr oder weniger schwerwiegende Einschnitte und Veränderungen, wird uns zugemutet, gewohnte Pfade zu verlassen und Neues zu wagen. Das betrifft einzelne und Familien, aber auch die Kirchen und die ganze Gesellschaft. Wirtschaftliche und demographische Entwicklungen machen uns da besonders zu schaffen, aber auch die Erfahrungen von Verlusten und Sinnlosigkeit. Da ist es wichtig, nicht zu resignieren oder nur zu jammern, sondern Ausschau zu halten, ob Gott uns nicht neue Wege führen will, und vertrauensvoll immer wieder aufzubrechen. „Weihnachtlich zu leben“, bedeutet weder „Knochenarbeit“ noch „Traumtänzerei“, sondern lädt dazu ein, auf die persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen und klug einzugehen: wirklichkeitsnah, himmlisch beflügelt und aufgeschlossen für Neues.“

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