Wegen Giftstoffen: Protest gegen Adidas auf dem Markt in Halle

27. Januar 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Ein großes Adidas-Logo war am Samstag auf dem Marktplatz in Halle (Saale) direkt am Eingang von Galeria Kaufhof zu sehen. Dabei handelt es sich aber um keine Werbeaktion des Sportartikelherstellers. Stattdessen protestierte Greenpeace gegen das Unternehmen und verteilte Informationsflyer.

Anlass des Protestes, der bundesweit in 35 Städten stattfinden, sind Giftstoffe in der Kleidungsherstellung. „Adidas verwendet für die Textilherstellung in China und Indonesien nach wie vor teilweise hormonell wirksame oder krebserzeugende Substanzen, die sich bereits rund um den Globus wiederfinden. Diese per- und polyfluorierten Chemikalien haben in der Textilproduktion nichts zu suchen“, sagt Nils Kathmann von Greenpeace Halle.

In dem von Greenpeace in der vergangenen Woche veröffentlichten Test von Kinderkleidung hat auch Adidas schlecht abgeschnitten: In einem Mädchen-Badeanzug aus China fand sich eine hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA). In Kinderschuhen aus Indonesien fand Greenpeace Rückstände von Perfluoroctansulfonat (PFOS). Beide Schadstoffe gehören zur Gruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien PFC. Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Aber vor allem in den Herstellungsländern reichern sich die verwendeten Chemikalien in der Umwelt an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. PFC sind extrem langlebig, können Immunsystem sowie Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Krebs führen. PFC finden sich bereits in der Arktis und Antarktis.

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