„Viehzeug, Pack“: Silberhöhe-Bewohner hetzen gegen Roma-Nachbarn

17. Juli 2014 | Vermischtes | 960 Kommentare

Im halleschen Stadtteil Silberhöhe droht eine Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Sinti und Roma, die hier leben.

Im Internet haben sich bereits zahlreiche Anwohner aus dem Bereich Staßfurter Straße / Erhard-Hübener-Straße zusammengefunden. Sie wollen die ausländischen Nachbarn nicht haben. Und so wird in ihrer Facebook-Gruppe auch nicht mit deftigen Worten gespart. Zitate sind im Original übernommen. Das heißt, die dargestellten Fehler sind tatsächlich so gefallen. Zudem wurden bereits Unterschriften gesammelt, um einen Wegzug der ausländischen Nachbarn zu erreichen.

„Weg mit den viehzeug“, schreibt beispielsweise einer der User in der Facebook-Gruppe. Ein anderer, der sich auf seinem Facebook-Profil mit der schwarz-weiß-roten Flagge des Deutschen Reichs präsentiert, erklärt: „sehr jut,schützt unser silberhöhe und noch wichtiger unsere kinder.so kann und darf das nicht weiter gehen!“ In einem weiteren Kommentar erklärt er, „diese gutmensch scheiss politik“, und weiter: „die sollten mal überlegen die tore zu schliessen sonst werden wir hier noch völlig unterwandert.“ Ein User fordert gleich aktives Handeln: „man sollte vielleicht mal über solche sachen wie Bürgerwehr gegen dieses Roma pack nach denken“, schreibt er, „wenn die Stadt selbst nix tut dann eben die Bürger.“ Ein anderer User warnt vor Zuständen wie in Duisburg. Dort hatte es jahrelang Ärger um Dreck und Diebstähle im Umfeld eines von Roma bewohnten Hauses gegeben. „Die viehcher gehen sogar an die Autos“, meint ein weiterer User, ein anderer meint „wie kann man so ein volk hier ansiedeln?“ Seine Partnerin erklärt: „Ohh man die solln uns bloß in ruhe lassen. Was wollen die hier? Es gibt tausend andere Städte und ausgerechnet nach Halle kommen sie. Sie werden uns alles versauen.“ Ein User antwortet ihr daraufhin: „Das haben wir der Übermacht von Linken und Grünen im Landtag und Stadtrat zu verdanken… Fröhliches Verteilen von neuen Mitbürgern mit Migrationshintergrund.“ Weitere Zitate aus der Gruppe: „Erst reißen die unsere Kindheitserinnerungen weg (Schulen, Kindergärten und ganze Wohnviertel) und nun leert die Stadt noch Eimer voller Scheiße über unsere Köpfe.“, „Raus mit dem maden die scheißen alles voll & machen Stress“, „Dreckspack diese Roma“, „Nicht nur schreiben sondern los auf die Straße aber sofort“, „Dann müssen die einheimischen mal auf die Strasse gehen und gegen so was vorgehen. Damit diese Version von menschen aus unsereren Stadtteil verschwinde“, „ich finde es auch zum kotzen die sollen uns doch einfach hier leben lassen und die gehen zurück wir haben unsere Ruhe wieder. Aber wenn die kommen dann kommen sie richtig die kakalaken“, „Es ist leider nicht nur in der Silberhöhe es betrifft unser ganzen Land wo sich das dreckspack aufführt…und ich schätze mal das die HWG gesondert Geld bekommt um so ein pack aufzunehmen bzw denen ist es meist eh egal…“. Eine junge Frau schreibt, „Bis vor kurzem War unsere Straße ruhig bis dieses Pack kam.Hier Wohnen ist echt nicht mehr angenehm“, eine andere „Wozu haben wir große Container…sofort dieses Volk entsorgen und auf die Mülllhalde.“ Der Chef eine Security-Firma, die auch die Absicherung der Montagsmahnwache übernimmt, schreibt: „auf die Straße aber bitte im ramen und angemeldet“. Auch Gewalt wird angedroht. „Alle in Sack und weg“, schreibt eine Frau, eine andere entgegnet: „Vorher noch drauf hauen.“

Der Gruppengründer wendet sich mit folgenden Worten an HalleSpektrum.de: „überall auf der Silberhöhe Romas soweit das Auge reicht.die wohnen mit zig Leuten in einer Bude ey.in der Erhard- Hübener Straße ist es richtig schlimm.“ Spielplätze würden verunreinigt mit Fäkalien, es werde geklaut und gebettelt. „Die Bewohner von der Silberhöhe. Sätzen sich zusammen in einer Gruppe. Und wollen was dagegen tun. Sowie auch Was Gegen Die HWG. Die es nicht mal sehen was da ab geht.“

Doch nicht nur in der eigens eingerichteten Facebook-Gruppe wird gehetzt, auch auf anderen Facebook-Seiten der Silberhöhe. „Ich denke mal, die HWG wird sich nicht rühren. Die Gelder für die Mieten kommen von Staat, der Rest wird die nicht interessieren“, meint ein User, ein anderer: „wenn keiner was unternimmt wird es noch schlimmer werden wie es schon ist.es gibt viele mittel und wege auf diese situation aufmerksam zu machen(zbs eine petition)nichts tun ist nicht der richtige weg.“

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Dieses Thema enthält 960 Antworten und 64 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  wolli vor 3 Jahre, 1 Monat.

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  • #107162

    Im halleschen Stadtteil Silberhöhe droht eine Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Sinti und Roma, die hier leben. Im Internet haben sich bereits[Der komplette Artikel: „Viehzeug, Pack“: Silberhöhe-Bewohner hetzen gegen Roma-Nachbarn]

    #107163

    Gibts auch irgendwo eine sachliche Information oder nur diese facebook-Einträge?

    #107164

    Und welchem Zweck dient dieser Artikel, außer Hetze gegen die Hetzer hervorzurufen? Ein Link auf die Facebook-Seite hätte es auch getan, da muss man nicht nochmal wiedergeben, was dort ohnehin schon geschrieben steht.

    Im Übrigen freue ich mich jetzt schon auf die entstehende Diskussion mit den „toleranten“, „politisch korrekten“ Mitläufern. Ich hole schonmal Popcorn raus.

    #107165

    Hier ist die Petition mit Kommentaren: https://www.openpetition.de/petition/online/bewohner-der-silberhoehe-setzen-sich-zur-wehr-gegen-die-zustaende-seit-der-integration-der-roma
    Die Unterbringung von Zigeunern, die völlig andere Wertvorstellungen und Lebensformen haben, in solchen Siedlungen wie der Silberhöhe ist eine falsche Politik. Wenn hier nicht Abhilfe geschaffen wird, werden Extremisten Zulauf bekommen, was wir alle nicht wollen.
    Zigeunerpfarrer Lothar Weiß hat mich und andere in einem Seminar der Caritas mal etwas sachkundig gemacht über die Lebensgewohnheiten dieser Volksgruppe:
    http://www.derwesten.de/staedte/witten/er-war-der-zigeunerpfarrer-id4884221.html

    #107166

    Die „Übermacht von Linken und Grünen in Landtag und Stadtrat“ ist schon witzig… da meint er aber sicher andere, Halle und Sachsen Anhalt können ja wohl nicht gemeint sein… eventuell Baden-Würtemberg und Stuttgart???

    #107167

    Da fällt mit nur Goethe ein:

    SORGE

    Kehre nicht in diesem Kreise / Neu und immer neu zurück! / Lass, o lass mir meine Weise, / Gönn‘, o gönne mir mein Glück! / Soll ich fliehen? Soll ich’s fassen? / Nun, gezweifelt ist genug. / Willst Du mich nicht glücklich lassen, / Sorge, nun so mach‘ mich klug!

    #107168

    Ich würde dieses Thema nicht hier zur Diskussion stellen, sonst könnte man leicht auf die im Stadtgebiet allgegenwärtigen Bettelbanden und Unterschriftensammlerinnen-Taschendiebe zu sprechen kommen.

    #107172

    Was schlägst du denn vor, wolli? Auf die Antwort bin ich wirklich gespannt.

    #107175

    Ich kann @wolli da nur unterstützen. Ein paar harte Fakten und ein wenig mehr Kontext würden es leichter machen, das (von den BewohnerInnen wahrgenommene) Problem zu verstehen!

    #107177

    gut so, was schlägst du vor, um dieses (von den Bewohnern wahrgenommene) Problem zu lösen?

    #107180

    Solche „von den Bewohnern wahrgenommene“ Probleme werden auch von Bewohnern anderer Städte wahrgenommen. Wer die DDR nicht kennengelernt hat, kennt auch nicht den Spruch „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“. Der Spruch scheint zeitlos zu sein.

    #107182

    Das Problem ist in der Silberhöhe nicht lösbar. Wenn Zigeuner Geld bekommen, ohne dafür etwas tun zu müssen (Kindergeld, HartzIV, Wohnung), dann werden sie dorthin gehen, wo es dieses gibt -so einst Zigeunerpfarrer Lothar Weißbach im Caritas-Seminar. Nach Auffassung von Zigeunern ist dumm, wer umsonst Geld gibt und dumm, wer es nicht abholt.
    Das Problem haben uns die Politiker beschert und einige Korrekturen, z.B einige Balkanländer zu sicheren Herkunftsländern zu erklären, um Asylbewerber von dort abschieben zu können wird, von den Grünen im Bundeswrat bislang verhindert.

    #107184

    Wolli, wie sollten „Zigeuner“ denn eine Sozialisation erfahren, wenn sie seit Jahrhunderten Unwillkommen sind und wegen ihrr Herkunft/Abstammung diskriminiert werden?

    Kann es sein, dass es einfach Zeit braucht?

    Oder sind etwa alle Türken nicht integrationsfähig, insbesondere die der 2. oder 3. Generation? Sind also alle Türken ein Problem?

    Glaube mir, das Problem ist die verdammte Intoleranz, die fehlende Einsicht und das fehlende Geschichtsbewusstsein.

    #107185

    Nicht so schnell @peterkotte. Bevor man gute Vorschläge macht, sollte man erstmal die andere Seite hören.
    Bis jetzt kenne ich nur wütende Posts von der einen Seite.

    #107189

    @farbspektrum: Ist das („Ich würde dieses Thema nicht hier zur Diskussion stellen“) ein Versuch, das Thema zu beenden? Vll wäre ja eine Sachpolitik dienlicher gewesen, die das jetzt freibrechende Potential bindet. Mit nem Rodelhügel und dem albernen Forum-Silberhöhe-Polit-Sprech gewinnt man da keinen Blumentopf mehr. Das Wahlergebnis in der Korczak-Schule zeigt klar den Ditscher zum rechten Rand hin (nur in der Hanoier Str. wurde das wohl noch übertroffen). Da hilft auch nicht, daß eine Linke-Stadträtin mitten im jetzt auffälligen WK wohnt. Faßt Euch doch mal schön an die eigene Nase – ihr Stadt-Politiker hinter Pseudonymen!

    #107190

    Man kann nur hoffen, dass sich die Staatsanwaltschaft der Sache annimmt. Diese Hetzer sind zwar ausweislich ihrer mangelnden Sprachkenntnisse am unteren Rande der Intelligenzskala anzusiedeln, strafunmündig sind sie aber nicht.

    #107191

    was schlägt nun wer vor, in der Silberhöhe ungünstig, und wo nicht? Wer empfihlt seine Nachbarschaft? Freiwillige vor! Vielleicht sfk?

    #107192

    Genau so könnte man auch die Frage stellen, wer diese Facebook-Hetzer gerne in seiner Nachbarschaft haben möchte.

    #107193

    ich nicht, aber die Frage nach den Freiwilligen ist damit nicht beantwortet. Erfahrungen aus anderen Städten besagen, daß in den Fällen auch die gutsituierten aus der Reserve kommen

    #107194

    Ich arbeite seit fast 7 Jahren mit Roma in Rumänien und wenn ich so leben würde wie Romas dort leben, würde ich auch nach Deutschland kommen. Sie leben Ausgegrenzt aus der Gesellschaft auf Müllhalden und in Abbaugebieten für Kies und Sand in Bruchbuden und selbstgebauten Hütten. Sie konnten nie Werte und Normen der Gesellschaft verinnerlichen, wie sollen sie dann welche kennen ? Ein sprichwort von Brecht sagt „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ und so werden natürlich Prioritäten gesetzt, egal was für Auswirkungen es auf mein Umfeld hat. Ich habe beobachten können das Veränderungen nur durch Bildungsprozesse geschaffen werden können und wenn wir als Menschen nur den Weg der Ablehnung gehen, wird sich nie was verändern. Geht auf die Menschen zu und hinterfragt die Lebensituation der Menschen, warum kommen sie nach Deutschland ? Und sollte nicht Rumänien zur Verantwortung gezogen werden, bessere Bedingungen zu schaffen. Natürlich ist es besser in Deutschland zu leben, hier muss mein Kind keinen Kot essen, weil es schon 3 Tage nichts zu essen gab. Hier wird kein Kind von der Polizei mit dem Elektroshocker misshandelt, weil es wieder Betteln war um die Familie zu ernähren. Natürlich haben Roma ihre eigene Kultur und Lebensweise, wobei durch Armut und Ausgrenzung viele kulturellen Lebensweisen verloren gegangen sind, sind sie trotzdem Mitglieder unserer Gesellschaft und wenn wir uns ihnen mit Respekt nähern, werden sie uns auch respektieren. Wenn ein Gesellschaftsbild sterbende Kinder auf Müllhalden in Kauf nimmt, müssen wir als Gesellschaft helfen und Möglichkeiten schaffen und NICHT hetzen.

    #107200

    1+ für diesen Beitrag.

    „Ich habe beobachten können das Veränderungen nur durch Bildungsprozesse geschaffen werden können und wenn wir als Menschen nur den Weg der Ablehnung gehen, wird sich nie was verändern.“

    Das setzt Einsicht, Bildungs- und Veränderungsbereitschaft der hetzenden Teile der Gesellschaft voraus.

    #107208

    sehr löblich, diese Wortmeldung, trotzdem bohre ich weiter: Sebastian Filter und sfk würden also gerne die hallenser Sinti und Roma in ihr Wohnumfeld einladen? Nicht zu Besuch, dauerhaft natürlich. Jetzt einfach mal ein ja/nein, auch wenn es schwerfällt!

    #107211

    Im Übrigen empfehle ich eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema. Welche Erfahrungen haben unsere südöstlichen Nachbarländer gemacht. Welche Erfolge gab es, welche Mißerfolge? Versucht wurde da so einiges, wenn ich recht informiert bin.

    #107213

    Ich würde Sinti und Roma zum Zwecke der Assimilation in verschiedenste Wohngebiete verteilen – gerade nicht konzentriert auf ein Viertel, was intellektuell dammit überfordert ist und sie i.E. ausgrenzen will. Es ist ja gerade der Fehler, dass man innerhalb einer Stadt, siehe Berlin, Köln oder Hamburg, das Entstehen von Parallel-Welten fördert und sich dann noch darüber beklagt.

    #107220

    Anonym

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-124368720.html

     

    <span style=“color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana, Arial, Helvetica, Geneva, sans-serif; font-size: 14px; line-height: 19.488000869750977px;“>“Es barsten Glasscheiben, niemand ersetzte sie. Die Treppenhäuser begannen nach Urin zu stinken. Einige Bewohner des Hauses stahlen, betrogen oder raubten, deswegen kam häufig die Polizei. Sie ordnete Bewohnern des Hauses allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 277 Vergehen zu.“</span>

    Scheinbar gibt es nicht nur Opfer sondern auch den ein oder anderen Täter…

    Ups, darf man ja nicht sagen.

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