Waldstadt Silberhöhe: Initiative will Image verbessern

11. August 2015 | Vermischtes | 5 Kommentare

Am Dienstag hat das Forum Silberhöhe, in dem verschiedene Vereine, Wohnungsunternehmen und Firmen aktiv sind, ihre Ideen für eine Aufwertung der Silberhöhe vorgestellt. „Eine Weiterentwicklung liegt im Interesse der Stadt“, so Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

Es gebe schon viele Ding, die es gibt, die jedoch in der Öffentlichkeit nicht bekannt sein, wie der Wasserspielplatz, sagte Forums-Sprecher Dirk Neumann. Man sehe sich als Sprachrohr Derjenigen, die in der Silberhöhe wohnen und arbeiten. Seit 1997 sei die Silberhöhe Bestandteil des Fördergebiets soziale Stadt, jedoch ruhe der Status seit 8 Jahren, könne aber jederzeit reaktiviert werden. Durch mehr Öffentlichkeitsarbeit wolle man das Image der Silberhöhe verbessern.

Der Stadtteil habe 13.000 Einwohner, die Zahl sei seit einigen Jahren stabil. Der Ausländeranteil liege bei 6,2 Prozent, Neumann rechnet in einigen Jahren mit 10 Prozent. Für 35 Millionen Euro seien Gebäude abgerissen worden, denn einst wurde der Stadtteil für 30.000 Menschen errichtet. Man wolle nun nicht mehr von Rückbau reden, sondern von Investitionen. Am Anhalter Platz ist eine Aufwertungsmaßnahme im kommenden Jahr geplant. Neben einem Rodelhügel soll das komplette Wegenetz erneuert werden, 190.000 Euro werden investiert.

In den vergangenen Jahren sei viel passiert. So sei durch die Baumpflanzungen die Lebensqualität verbessert worden. Seit vergangenem Jahr gebe es den Waldstadthonig. Private Unternehmen haben Wohnungen in der Weißenfelser Straße saniert, zwei neue Einkaufsmärkte sind entstanden. Stolz ist das Forum darauf, dass für etwa 7 Millionen Euro das neue HFC-Nachwuchsleistungszentrum gebaut wird. Perspektivisch wolle man auch das Zentrum im Bereich des Gesundheitszentrums aufwerten.

Das Forum wünscht sich eine bessere Anbindung zu anderen Stadtteilen sowie zum Naturraum Elsteraue. Einen wichtigen Fokus lege man auf die soziale Stabilisierung, Durchmischung und Integration. „Wir fühlen uns als multikultureller Standort“, so Neumann. Soziale Einrichtungen wie Schulen und Kitas müssten gestärkt werden. Das Konzept Waldstadt solle verstetigt werden.

Pläne in einem Zeithorizont von zehn Jahren: Aufwertung des Tunnels zwischen Südstadt und Silberhöhe, Rückbau des Kiosks, bessere Vernetzung des Grünsystems und der Wege, Sanierung von Spielplätzen, Weiterentwicklung des Wasserspielplatzes, Neubau oder Sanierung des Begegnungszentrums Schöpfkelle, Etablierung eines Quartiersmanagements, Stärkung des Schulstandorts und Einbindung des Indoorspielplatzes Arche Noah in die gesamtstädtische Sozialarbeit mit Kindern.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Keindorf, ebenfalls Sprecher des Forums, ging auf die Integration ein. So gebe es Probleme mit der Schulpflicht. So habe er eine Schulklasse besucht, in der 15 Roma-Kinder sein sollten, doch 7 fehlten unentschuldigt. Daraufhin habe er sich genaue Zahlen geben. Demnach würden 76 von 141 rumänische und bulgarische Kinder der Schulpflicht nicht nachkommen. Keindorf regt hier ein explizites Integrationsmanagement für die Silberhöhe an. Ansätze mit Schöpfkelle, Freiwilligenagentur und Kinderschutzbund gebe es bereits, erklärte Forums-Sprecherin und Stadträtin Ute Haupt.

Zu den Ideen äußerte sich Planungsdezernent Uwe Stäglin. Er wies daraufhin, dass für die Fortführung des Programms soziale Stadt ein neues Handlungskonzept nötig sei. Er wies daraufhin, dass zwischen 1997 und 2006 neben den Abrissmitteln auch 7 Millionen Euro in die Aufwertung von Freiflächen geflossen seien. So wurden Kunstprojekte realisiert, das Silva gebaut und Straßenräume verbessert. „Die Kurve der Einwohner zeigt eine Stabilisierung“, bestätigte auch Stäglin. Dies sei eine gute Basis für die weiteren Entwicklungen. „Der Imagewandel zur Waldstadt ist gelungen“, zeigte sich Stäglin überzeugt. Er lobte auch die breit getragenen Aktivitäten im Stadtteil. Probleme seien aber ein steigendes Durchschnittsalter und die soziale Situation der Bewohner. Das Thema S-Bahn-Tunnel habe man auf dem Schirm. „Wir müssen an das Thema Stadtteileingang ran.“ Hier müsse man konkretisieren, was man genau realisieren will und eine Kostenschätzung aufstellen. Auch bei den Themen Schulen und Schöpfkelle sowie der Aufwertung von Spielplätzen liege man ganz klar auf Linie mit dem Forum. Das größte Projekt ist aber der Anhalter Platz als Grüne Mitte. Für 190.000 Euro wird dieses Projekt im kommenden Jahr umgesetzt. Das Forum Silberhöhe hegt den Wunsch eines Bootsanlegers unterhalb des Hohen Ufers in der Elsteraue. Auch einen Sandstrand wolle man prüfen. Dies muss aber naturschutzrechtlich geprüft werden.

Ein Problem ist das Silva, ein mit Fördermitteln errichtetes Stadtteilbegegnungszentrum. Doch genutzt wird es schon eine Weile für diesen Zweck nicht mehr. Zwischenzeitlich wurde es durch die Kochakademie genutzt, dies wurde in diesem Jahr aufgegeben. „Es wäre sehr schön, wenn man die angedachte Funktion reaktivieren könnte“, so Dirk Neumann. Doch das sei schwierig, man sei auch ein Stück weit ratlos.

Auf das Thema Intergration ging Sozialdezernent Tobias Kogge ein. Man habe bereits die Stellen im Blauen Elefant vom Kinderschutzbund verstärkt. Die Mitwirkung der Eltern beim Stichpunkt Schulpflicht sei nicht immer positiv. Im Blauen Elefant sei eine sprachlich geschulte Sozialarbeiterin tätig, die auf die Eltern einwirke. Die städtische Migrationsbeauftragte Petra Schneutzer sagte, Integration sei immer eine Schwerpunktaufgabe. Mit der Kirchgemeinde sei ein Patenschaftsprojekt gestartet worden.

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