Vier offizielle Bordelle in Halle

23. Januar 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

In Halle (Saale) gibt es vier angemeldete Bordelle sowie zwei entsprechende Gewerbeanmeldungen. Das geht aus einer Anfrage Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervor. Landesweit gibt es demnach 28 bordellähnliche Einrichtungen. Auffallend ist deren regionale Verteilung, kritisieren die Grünen. Während im Altmarkkreis Salzwedel acht registriert sind, findet sich in Dessau-Roßlau oder Wittenberg nicht eine Einrichtung. Auch hätten von der Möglichkeit des Prostitutionsgesetzes nur 38 Personen Gebrauch gemacht und sich mit dem Gewerbe „selbständig ausgeübte Prostitution“ beim Finanzamt registrieren lassen.

„Die Zahlen bestätigen meine Eindrücke aus Gesprächen vor Ort, in Frauenzentren oder mit Gleichstellungsbeauftragten. Prostitution findet in Sachsen-Anhalt im Verborgenen statt“, so die Grüne Landesvorsitzende Cornelia Lüddemann. „Sie wird als so genannte Wohnungsprostitution und nicht öffentlich betrieben. Es ist schade, dass es in Sachsen-Anhalt für diese Frauen keine Ansprechpartnerinnen und geregelte Beratung gibt. Nur die Landeshauptstadt Magdeburg bietet mit ,Sexually Transmittead Disease‘ eine entsprechende Möglichkeit an. Im Zuge der Auswertung der Antworten ist zu überlegen, ob sich die Einrichtung einer landesweit zuständigen Beratungsstelle empfiehlt.“

Zum Schutz vor Krankheiten fragen die Grünen auch, ob es Pläne der Landesregierung gibt, eine Kondompflicht für Prostituierte und Freier einzuführen? „Nein. Das Infektionsschutzgesetz sieht keine Verordnungsermächtigung für die Länder vor. Zudem hätten die zuständigen Behörden kaum eine Möglichkeit, eine Kondompflicht zu kontrollieren. Im schlimmsten Fall müsste damit gerechnet werden, dass betroffene Personen aus Angst vor Maßnahmen keine ärztliche Hilfe beanspruchen und somit die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und
behandelt werden kann“, heißt es dazu vom Justizministerium.

Im vergangenen Jahr wurden vier Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung eingeleitet sowie ein Verfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft.

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