Verein kritisiert weiter Deichverlauf und Standort für Eissporthalle

7. Juni 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Genau ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe hat Halle-Neustadt immer noch keinen neuen Schutzdeich. Um dessen Verlauf wird seit Monaten gestritten. Auch über den Neubau der Eissporthalle gibt es Auseinandersetzungen.
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„Mit großer Sorge und Unverständnis“ habe man aufgenommen, dass Oberbürgermeister Bernd Wiegand weiterhin am alten Eishallen-Standort als Platz für den Neubau festhalte sowie zusammen mit Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft auch an den Deichbauplänen, erklären die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA). Entlang der Halle-Saale-Schleife soll ein 1.500 Meter langer und bis zu 30 Meter breiter und 3 Meter hoher Deich entstehen.

„Anstatt endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass eine weitere Einschränkung des Hochwasserraumes der Saale um weitere 7,84 ha, künftige Hochwassersituationen eher verschärfen, als entspannen. Zudem die Gefahr besteht, dass aller Voraussicht nach davon auszugehen ist, dass das Hochwasser zum einen in dem eingeengten Raum zurückgestaut und zum anderen in andere Bereiche hinübergedrängt wird“, so AHA-Sprecher Andreas Liste. Man gehe davon aus, dass insbesondere verstärkt die hallesche Altstadt, die Peißnitzinsel, Giebichenstein, aber auch Kröllwitz mit der Talstraße davon betroffen sein könnten.
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Zudem sei im Verlauf des neuen geplanten Deichs mit umfassenden Qualm- bzw. Druckwasser zu rechnen. Dies könnte nicht abfließen und müsste über den Deich gepumpt werden.“Dies ist aber mit weiterem unkalkulierbaren technischem und finanziellem Aufwand verbunden. Das lässt sich auch nicht durch Spundwände verhindern“, so Liste. „Zudem hätte das zur Folge, dass man auch künftig in Halle-Neustadt und ein möglicher Neubau der Eissporthalle mit Wasserständen rechnen muss, welche je nach Heftigkeit und Dauer des Hochwassers analoge Wasserhöhen erreichen können.“

Wiegand gehe in seinen finanziellen Berechnungen zudem von einem falschen Ansatz aus. „Bei allen diesen Überlegungen sind auch die Errichtung und
Wartung des angedachten längeren, breiteren und höheren Deiches zu berücksichtigen.“ Unlogisch sei es zudem, „dass das Finanzamt richtigerweise aus Gründen des Hoch- und Qualmwassers seinen Standort in Halle-Neustadt räumen soll, während man eine Eissporthalle an einem Standort neu errichten möchte, welcher sich noch eindeutiger im Hochwasserraum befindet.“
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Liste ist der Meinung, „dass dieser Deich hauptsächlich der Beibehaltung des Standortes der Eissporthalle am gleichen Standort dienen soll. Abgesehen davon, dass bei Festhalten an diesen katastrophalen Plänen einem von der Interessengemeinschaft Hochwasserschutz Altstadt in Halle (Saale) und vom halleschen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand begrüßten Hochwasserrat bereits eine sehr entscheidende Handlungsbasis entzogen ist, bevor er sich überhaupt gründen konnte.“

AHA und Pro Baum appellieren deshalb neugewählten halleschen Stadtrat und die Verantwortlichen des Landes, „diese Pläne endlich zu stoppen, sich stattdessen für ein länderübergreifendes Hochwasserkonzept und in dem Atemzug für einen akzeptablen Alternativstandort für die Eissporthalle stark zu machen.“

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