Verein fordert wissenschaftliches Gesamtkonzept für Hufeisensee

2. Januar 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder (AHA) fordert ein wissenschaftliches Gesamtkonzept für den Hufeisensee. Hierin sollen die Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus und der Naherholung, des Sportes sowie der Land- und Forstwirtschaft untersucht und zueinander abgewogen werden. Zudem fordert der AHA, den Hufeisensee zu einem Landschaftsschutzgebiet zu machen.

Laut AHA-Vorstand Andreas Liste wirken der Verein und seine Vorgängerorganisation bereits seit dem Jahr 1983 in diese Richtung. Der damals in Büschdorf gegründete und von Jürgen Bernt-Bärtl einst geleitete Arbeitskreis Umweltschutz Halle (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt der DDR im Kulturbund der DDR habe konzeptionelle Vorschläge entwickelt und vor Ort Arbeitseinsätze durchgeführt. Der AHA habe zudem dem Fachbereich Geografie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen am 11.06.2001 erstellten „Rahmenplan zur Erstellung einer Nutzungs- und Entwicklungskonzeption für den Hufeisensee in Halle (Saale)“ vorgelegt, um ggf. im Rahmen einer Diplom-, Beleg- oder Praktikumsarbeit eine wissenschaftliche Gesamtbearbeitung unter Zusammenführung bestehender Dokumentationen und neuer Erfassungen zu erreichen. „Leider ist das Vorhaben noch nicht von dem gewünschten Erfolg gekrönt, was aber keinesfalls etwas an der Dringlichkeit im Interesse des Hufeisensees ändert“, meint Andreas Liste.

Als AHA betrachte man es mit großer Sorge, dass die Verwaltung den Hufeisensee einseitig als Touristen- und Wassersportzentrum ausrichten möchte. „Insbesondere die Errichtung eines 27-Loch-Golfplatzes mit 100-Betten-Golfhotels sowie weiterer Nebenanlagen sowie der damit verbundenen Einbeziehung der geschlossenen Mülldeponie Kanena und landwirtschaftlicher Flächen ruft besonders große Besorgnis hervor“, so Liste. Ebenso besorgniserregend sei es, dass willkürlich eine räumliche und bauliche Ausdehnung der Wassersportanlagen auf die Landzunge im Mittelbereich des Hufeisensees erfolge. Dies habe eine weitere Verbauung dieses bisher weitegehend unverbauten Landschaftssteiles zur Folge. Weitere Verbauungen im Umfeld des Hufeisensees müssten verhindert werden. „Bereits mit der Errichtung der Osttangente sind massive Verbauungen und Zerschneidungen erfolgt.“

Die gegenwärtig bestehenden Pläne entsprechen keinesfalls dem gegenwärtigen ökologischen und landschaftlichem Potential des Hufeisenseegebietes, meint der AHA. Bereits in seinen Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Entwurf des Bebauungsplanes 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“ hat der AHA einige Punkte angemerkt:
• Der Hufeisensee ist ein Alttagebau und die geologischen Setzungsprozesse können noch nicht abgeschlossen sein. So das schon aus dem Grund Neubebauungen vollkommen inakzeptabel sein können.
• Die angestrebten Erweiterungen der wassersportlichen Nutzung bergen die Gefahr der verstärkten Lärm- und Abgasbeeinträchtigungen in sich, was die Wohn- und Erholungsqualität, aber die Bedeutung als Lebens- und Brutraum für verschiedene Tierarten beeinträchtigen kann.
• Die Errichtung einer Golfanlage auf einer technisch und baulich abgedichteten Altdeponie birgt die Gefahr in sich, dass Schädigungen der Abdeckungen zu erneutem Eindringen von Niederschlagswasser und wieder verstärktem Schadstoffeintrag in den See zur Folge haben können.

Weiterführende Links:
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