Abgedeckte Dächer, umgekippte Bäume: Unwetter zieht über Halle (Saale)

8. Juli 2015 | Vermischtes | 2 Kommentare

Ein heftiges Unwetter ist am Dienstagabend über Halle (Saale) hinweggezogen und hat insbesondere im Norden der Stadt heftige Schäden hinterlassen. Laut Leitstelle hatte der Sturm Geschwindigkeiten bis 115 kmh. Unzählige Notrufe gingen ein.

In der Trothaer Straße und der Reilstraße kippten Bäume auf die Oberleitung der Straßenbahn, der Tramverkehr zwischen Zoo und Trotha musste eingestellt werden. In der Waldstraße blockierten ebenfalls etliche Bäume und abgerissene Äste den Verkehr, ebenso in der Nordstraße, Reilstraße, Heidestraße und der Seebener Straße. Auf dem Marktplatz wehten durch den Sturm Werbeaufsteller und Stühle über den Platz. In Lettin, Dölau und Lieskau wurden Dächer abgedeckt, Anwohner berichten von einem Tornado. „Ich habe gesehen, wie der Rüssel aufgesetzt ist“, sagte eine Bewohnerin der Uferstraße. Hier hatte das Unwetter besonders große Schäden hinterlassen. So wurde eine Stallung komplett zerstört. Auch die Reiterhöfe in Lettin wurden schwer getroffen. Mehrere Pferde starben bei dem Unwetter. Eine Stute konnte flüchten, wurde später in Dölau wiedergefunden. Umgekippte Bäume werden auch aus dem Südpark gemeldet. In Heide-Nord wurden Baugerüste beschädigt, zudem eine Kita im Zanderweg verwüstet. Teilweise kam es zu Problemen bei der Trinkwasser- und Stromversorgung.

Die Feuerwehren, Rettungsdienst und THW sind weiterhin im Dauereinsatz. In Spitzenzeiten waren 83 Fahrzeuge im Einsatz. Mindestens eine Person wurde verletzt. Sie wurde unter einem einstürzenden Dach begraben. 250 Einsätze in Halle und dem nördlichen Saalekreis waren abzuarbeiten, darunter 180 in Halle. Die Leitstelle bedankt sich bei Privatpersonen, die mit unterstützen.

Durch die Auswirkungen des starken Unwetters gestern Abend war auch die Polizei im Dauereinsatz. Unzählige Schäden wie beschädigte PKW durch umgestürzte Bäume oder starke Äste, zerstörte Oberleitungen und somit Behinderungen des Straßenbahnverkehrs, beschädigte Häuser und Dächer und sogar umgekippte Telefonmasten beschäftigten die Beamten von ca. 19:00 Uhr bis weit nach Mitternacht. Betroffen waren hiervon vorrangig die nördlichen Regionen des Stadtgebietes.
So meldete sich zum Beispiel eine 78-Jährige besorgt bei ihrer Tochter, da mehrere starke Äste auf ihr Haus am Birkenholz gefallen sind. Da plötzlich das Telefongespräch abbrach, informierte die Tochter die Polizei. Vor Ort konnte die Betroffene glücklicherweise unverletzt angetroffen werden. Die Telefonleitung war lediglich zusammengebrochen. Auch ihr Haus hatte von dem Unwetter Schaden genommen.
Die Polizei selbst blieb auch nicht verschont. Ein Funkstreifenwagen wurde durch das Unwetter in Mitleidenschaft gezogen. Durch einen umgestürzten Baum im Weidenkätzchenweg wurde dieser so beschädigt, dass er nicht mehr fahrbereit war.

Auch der Landkreis Mansfeld-Südharz zum Teil schwer getroffen. Auf einer Linie von Sangerhausen – Allstedt – Rothenschirmbach – Osterhausen – Hornburg – Erdeborn gab es zum Teil schwere Verwüstungen in den Ortschaften. Faustgroße Hagelkörner zerstörten Vor- und Garagendächer, Dächer wurden teilweise abgedeckt, Bäume knickten um, Straßen wurden überflutet. Bis in die Nachtstunden waren rund 400 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis im Einsatz. Zwischen Erdeborn und Hornburg knickten durch den Sturm 3 Hochspannungsmasten um, so dass allein im Seegebiet rund 1 800 Haushalte ohne Strom waren. Im gesamten Landkreis waren zeitweise mehr als 5 000 Haushalte vom Stromausfall betroffen. Gegen 1.20 Uhr hatten die Stromversorger die meisten Schäden behoben, lediglich im Südharz und im Seegebiet Mansfelder Land waren noch rund 280 Haushalte ohne Strom. Auf dem Zeltplatz in Kelbra ist durch den Sturm ein Wohnwagen umgekippt – dabei wurden zwei Personen verletzt, eine davon schwer. Zeitweise musste auch die Bahnstrecke Halle – Kassel gesperrt werden – in Höhe Berga hatten zwei umgestürzte Bäume die Gleise blockiert.

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