Uni Halle weiht internationales Begegnungszentrum ein

22. November 2012 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg will künftig mehr um internationale Wissenschaftler buhlen. Am Donnerstagnachmittag wurde in der Emil-Abderhalden-Straße hinter der Universitäts- und Landesbibliothek das Internationale Begegnungszentrum eingeweiht. In der Nähe des künftigen Steintor Campus mit dem Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrum, können künftig ausländische Wissenschaftler in 19 möblierten Unterkunfts- und Arbeitseinheiten unterschiedlicher Größe leben und arbeiten. Es gibt zwei Gemeinschaftsküchen. Auch ein benachbarter denkmalgeschützter Pavillon wurde einbezogen und saniert, hier sind Aufenthaltsräume entstanden. Im Erdgeschoss gibt es zwei Seminarräume.

„Im Wettbewerb um internationale Wissenschaftler spielen viele Standortfaktoren eine Rolle. Nicht nur die Forschungsbedingungen zählen, sondern auch die Möglichkeit, soziale Kontakte knüpfen zu können, oder rasch eine Unterkunft zu finden“, sagte Wissenschafts-und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Mit dem Internationalen Begegnungszentrum in Halle ist eine Stätte der interkulturellen Begegnung und Kommunikation für Wissenschaftler aus aller Welt entstanden, die nicht nur die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Halle erhöhen, sondern auch zu dessen weiterer Internationalisierung beitragen wird.“ Kritik übte Wolff in diesem Zusammenhang an einem Überfall auf einen chinesischen Studenten in Köthen. Dies sei ein Angriff gegen das weltoffene Sachsen-Anhalt gewesen.

Man wolle die Saalestadt für ausländische Forscher noch attraktiver machen, erklärte Uni-Rektor Udo Sträter. Er berichtete davon, dass es bereits 2003 die ersten Ideen gab. Aber erst nach dem Einstieg der Leopoldina sei das Vorhaben einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Über die Unterkunft hinaus wolle man die größtmöglichen Grad an Integration bieten. Benannt ist das Zentrum nach dem Naturforscher (und Leopoldina-Mitglied) Georg Forster. Auch als Ethnologe, Reiseschriftsteller „und Revoluzzer“ (Sträter) habe dieser sich einen Namen gemacht. Bekannt wurde er durch seine Forschungsreisen mit Captain Cook. Eine kleine Ausstellung zeichnet im Haus sein Leben nach.

Das Interesse übrigens ist – obwohl noch gar keine Werbung gemacht wurde – da. Laut Uni gibt es bereit verbindliche Anmeldungen sowie zahlreiche Anfragen aus aller Welt.

Der Bau des IBZ hat rund 3,4 Millionen Euro gekostet, 800.000 Euro davon hat die Leopoldina von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung eingeworben. Von den übrigen Kosten stammen 75 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Förderprogramms „Investitionen in die Infrastruktur im Hochschulbereich“, 25 Prozent aus dem Haushalt des Landes Sachsen-Anhalt.

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