Uni Halle: jeder dritte Student kommt aus dem Westen

2. Oktober 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konnte im Wintersemester die Zahl der Erst- und Neueinschreibungen im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Demnach stieg die Zahl der Ersteinschreibungen, also Studenten die erstmals an einer Hochschule eingeschrieben sind, auf 2.685, ein Plus von 458. Bei den Neueinschreibungen liegt der Zuwachs bei 95 auf jetzt 1.061. Durch den Knick im Sommersemester sank die Gesamtzahl der Studenten jedoch um 466 auf 18.947. Insgesamt hatte es 11.500 Bewerbungen gegeben. Laut Uni-Rektor Udo Sträter handele es sich erst einmal um vorläufige Zahlen, weil es noch bis 15. Oktober die Möglichkeit gibt, sich anzumelden. Positiv ist der Anstieg bei den Erstsemestern, weil sich danach die Hochschulpakt-Zahlen richten. Zurückzuführen ist das auch auf den Verzicht auf den Numerus Clausus in einigen Studiengängen. Doch bei besonders nachgefragten Studiengängen müsse man diesen beibehalten. Sträter findet die Zahlen insbesondere bemerkenswert, weil es in diesem Jahr keine doppelten Abiturientenjahrgänge gebe. Besonders beliebt sind Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Lehramt und Geografie.

Bei Studenten aus Westdeutschland ist die Uni Halle weiterhin interessant. Ihr Anteil kletterte auf mittlerweile 30,8 Prozent. Hier sind vor allem Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sehr stark. 1.811 Studenten kommen aus dem Ausland, das sind insgesamt 9,6 Prozent. Die meisten der ausländischen Studenten stammen aus Vietnam, China und Russland.

Am Montag geht der neue Steintor-Campus offiziell in Betrieb. Am 17. Oktober wird es hierzu einen Tag der offenen Tür geben, bei dem alle Hallenser einen Blick hinter die Kulissen werfen. Von 10 bis 15 Uhr. Wolf Zimmermann, Prorektor für Studium und Lehrer, sagte 52 Millionen Euro wurden investiert. Der neue Campus habe eine Fläche von etwa fünf Fußballfeldern. Nun habe man die Uni an vier Hauptstandorten konzentrieren können, das sind neben dem Steintor Campus der Uniplatz, Franckesche Stiftungen und Weinberg Campus. Drei historische Hörsäle habe man wieder hergerichtet. Es gibt eine Kabine für Sprechwissenschaften sowie ein Videokonferenzsystem für Japanologen. 16 Fächer sind auf dem neuen Campus vereint. 17 Standorte der Fachbibliotheken konnten in einer neuen zentralen Bibliothek zusammengefasst werden, bis 24 Uhr hat diese neue Bibliothek künftig geöffnet. Erstmals hat sie am Montag um 8 Uhr geöffnet. Eine dreiviertel Million Bücher mussten umziehen.

Neu ist eine Uni-App für Smartphones. Stundenpläne und Veranstaltungen können hier beispielsweise abgerufen werden.

Das Thema Flüchtlinge beherrscht derzeit überall die Schlagzeilen. „Internationalisierung spielt für die Universität sowieso eine Rolle“, sagte Uni-Rektor Udo Sträter. Nun sei die Frage, wie können die Flüchtlinge sich informieren. Dazu habe man unter www.fluechtlinge.uni-halle.de ein Portal eingerichtet. Angeboten wird derzeit die Möglichkeit einer kostenlosen Gasthörerschaft. Flüchtlinge können also an Vorlesungen teilnehmen. 20 Personen nutzen dieses Angebot bereit. Ein Problem könnten fehlende Dokumente sein. Hier gebe es aber gesetzliche Möglichkeiten wie besondere Einstufungsprüfungen. Allerdings habe es bisher keine Bewerbungenvon Flüchtlingen um Studienplätze gegeben, denen Unterlagen fehlten. Ansonsten gelten alle Voraussetzungen für ein Studium wie für alle anderen auch. Es gebe keine „Überholspur“, so Sträter. „Wir versuchen unsererseits die Schwellen, die es gibt, niedrig zu halten.“ Mehr als 100 Studenten haben sich bereits für eine sogenannte „Tandem-Partnerschaft“ bereit erklärt, sie wollen also Flüchtlinge beim Start ins Studium begleiten. Bei den Rechtswissenschaften gibt es bereits ein ausgezeichnetes Forum für Migrationsrecht. Ein Großteil der Studiengänge in Halle läuft zwar auf Deutsch, es gibt aber auch etliche Studiengänge in Englisch. Sträter sagte, die Uni werde künftig auch verstärkt Deutschkurse anbieten. Sträter wies auch daraufhin, dass es in Halle viele reguläre Studierende aus Syrien und dem Jemen gebe, die wegen der dort eskalierenden Situation plötzlich „heimatlos“ geworden sind.

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