Umkleidezeit, dritte Wache, ITW: Wiegands Weihnachtsbesuch bei der Feuerwehr

28. Dezember 2015 | Vermischtes | 5 Kommentare

Während die Hallenser zusammen mit ihren Familien am Weihnachtstisch saßen, wurde in Krankenhäusern, Polizeistationen, Pflegeheimen, bei Bahngesellschaften und der Feuerwehr gearbeitet. Traditionell schaut Oberbürgermeister Halles Bernd Wiegand deshalb an Weihnachten bei den Kameraden der Feuerwehr vorbei. Für sie gab es eine dicke Weihnachtsgans sowie selbstgebackenen Kuchen von Tobias Teschner, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit.

Auch zwei Feuerwehrleute aus Chemnitz und Cottbus absolvierten ihren Dienst über die Weihnachtstage in Halle. Dies ist eine Vorschrift im Beamtenrecht. Um aufsteigen zu können ist eine Abordnung für drei Monate in eine andere Wehr nötig. In Halle absolvieren die beiden Kameraden ein Praktikum als Zugführer.
feuerwehrbesuch
Bei einer kleinen Zusammenkunft konnten die Feuerwehrleute ihre Sorgen und Probleme vortragen. Ein Punkt ist dabei die Umkleidezeit. Denn es sei verboten, mit den Einsatzsachen nach Hause zu fahren. Und so erkundigte sich ein Kamerad danach, ob die Umkleidezeit nicht angerechnet werden kann, so wie es offenbar in anderen Bereichen der Stadtverwaltung wie dem Grünflächenamt Gang und Gäbe ist. „Das höre ich zum ersten Mal“, meinte OB Wiegand. Er wolle es aber einmal prüfen, denn es gelte „Gleiches Recht für alle.“

Auch die geplante dritte Wache der Berufsfeuerwehr an der Delitzscher Straße war Thema. 2017 sei sie im Haushalt eingeplant, so Wiegand. Sollten noch weitere Investitionen im Star Park kommen, werde man den Bau beschleunigen. Für die Sicherheit sei die Wache nötig, gerade in der Hauptverkehrszeit schaffe man sonst die Hilfsfristen nicht. Ausgestattet wird die Wache mit einer neuen Drehleiter sowie einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF2) der Südwache. Zusätzliches Personal wird nicht eingestellt. Die Feuerwehrmänner der neuen Wache werden von der Haupt- und Südwache abgezogen. In diesem Zusammenhang sprachen sich die Feuerwehrmänner dafür aus, dass die Einsatzkräfte in einem rotierenden System eingesetzt werden, also mit einem Wechsel der Wachen alle paar Monate. Die neue Woche soll nicht nur für den Star Park zuständig sein, sondern auch für Trotha und Frohe Zukunft.

Angesprochen wurde auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Streichung des Weihnachtsgelds für Beamte und damit eben auch für die verbeamteten Feuerwehrleute. Die Sächsische Regelung war für verfassungswidrig erklärt worden. Nun wollten die Löschkräfte aus Halle wissen, welche Auswirkungen das hier hat. Das will die Stadtverwaltung jetzt mal prüfen.

Nötig ist nach Ansicht der Feuerwehrleute auch eine neue Drehleiter für die Hauptwache. Die jetzige sei in die Jahre gekommen. „Letzten konnten wir nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren und haben den Verkehr blockiert“, beschrieb ein Feuerwehrmann die Situation. „Das lag an einem technischen Defekt“, so Tobias Teschner. Grundsätzlich seien die Fahrzeuge nicht zu alt. Doch eine neue Drehleiter soll trotzdem auch für die Hauptwache angeschafft werden.

Eine Frage stellten die Feuerwehrleute auch in Sachen Deichbau am Gimritzer Damm. Die Planfeststellung ziehe sich hin, so OB Wiegand. Vier Varianten würden derzeit geprüft, im Frühjahr sollen dazu erste Ergebnisse vorliegen. Anschließend seien wieder Einwendungen und Klagen möglich. Es dauert also noch, bis ein neuer Damm steht. Doch Wiegand macht deutlich: „wenn etwas passiert, bauen wir den begonnenen Deich als Notmaßnahme weiter.“ Das Aufschütten würde vier Tage dauern. Der benachbarte Passendorfer Damm werde in seiner Unterhaltung optimiert.

Auch der geplante Ankauf des Intensivtransportwagens aus dem Kreis Mansfeld-Südharz beschäftigt die halleschen Feuerwehrleute. Sie äußerten Bedenken, dass kein zusätzliches Personal eingestellt wird und es auch keine Spezialausbildung gibt. „Das Auto will ich in- und auswendig kennen“, so ein Feuerwehrmann. Laut Tobias Teschner wird es einen zweitätigen Kurs geben. Auch werde zusätzliches Personal eingestellt. Die Idee, die ITW in Halle zu stationieren, sei bei Gespräche mit dem Innenministerium und den Krankenkassen entstanden, sagte OB Wiegand. Die Krankenkassen hätten bereits die Wirtschaftlichkeit für Halle bestätigt, hier gebe es völlig andere Abdeckungsmöglichkeiten als in Mansfeld-Südharz.

Angesprochen wurde auch, doch sogenannte Sozialstellen bei der Feuerwehr zu schaffen. Dort könnten Kameraden eingesetzt werden, die wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr in den Einsatzdienst können, aber das Rentenalter noch nicht erreicht haben. Möglich wäre ein Einsatz bei der Wartung in der Atemschutzwerkstatt. So eine Lösung gebe es im Beamtenrecht nicht, meinte Tobias Teschner. Er versprach aber, eine Lösung im Einzelfall zu finden.

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Jörg vor 3 Jahre, 4 Monate.

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  • #196070

    Während die Hallenser zusammen mit ihren Familien am Weihnachtstisch saßen, wurde in Krankenhäusern, Polizeistationen, Pflegeheimen, bei Bahngesellsch
    [Der komplette Artikel: Umkleidezeit, dritte Wache, ITW: Wiegands Weihnachtsbesuch bei der Feuerwehr]

    #196071

    Anonym

    Jetzt wird klar, warum das mit dem ITW in MSH nicht funktioniert hat. Eisleben als Standort gleich Verlust und Halle gleich Gewinn. Nachtigall ich hör Duch trapsen. Arme Politik.

    #196072

    Eisleben ist auch am Ar… schließlich ist der Hubi auch in Oppin bzw. Schkeuditz/Dölzig

    #196133

    Ob die Hilfsfristen auch ein Thema bei den geplanten Einengungen in der Merseburger und am Böllberger Weg sowie in der Südstadt waren?

    Mir kommt es eher so vor, das die Planer so etwas wichtiges konsequent ignorieren!

    #196226

    Wie die Fotos doch Jahr für Jahr ähnlich sind. Da sitzen freundliche, interessierte Feuerwehrleute an einem liebevoll gedeckten Tisch.

    #196229

    1. Es ist nicht verboten mit den Einsatzsachen nach Hause zu fahren.
    2. Im Grünflächenamt gibt es keine bezahlte Umkleidezeiten.

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