Tierschützer protestieren gegen Schweine-Hochhaus in Maasdorf bei Halle

15. März 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Etwa 400 Tierschützer aus ganz Deutschland haben am Sonntagmittag vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf unweit von Halle (Saale) demonstriert und dessen Schließung gefordert. Mit Bussen wurden die Demonstrationsteilnehmer aus Berlin und Halle nach Maasdorf gebracht. Organisiert hat die Demonstration die Tierschutzorganisation Deutsches Tierschutzbüro e.V., von dem auch die heimlich gedrehten Aufnahmen aus dem Schweinehochhaus stammen. In Schweinekostümen und mit großen schwarzen Holzkreuzen machten die Tierschützer auf das Leiden der Schweine in der industriellen Zuchtanlage aufmerksam.
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In der Sendung „Das Jenke-Experiment“ zeigte der Sender RTL in der letzten Woche erstmals Aufnahmen aus dem sogenannten Schweinehochhaus. In dem sechsstöckigen Gebäude, das noch aus DDR-Zeiten stammt, werden hunderte Zuchtsauen gehalten und jährlich zehntausende Ferkel produziert. Jan Peifer, Gründer des Tierschutzbüros und der Undercoverfilmer, von dem die Aufnahmen aus dem Schweinehochhaus stammen, machte vor Ort deutlich, wie wichtig der öffentliche Protest gegen die industrielle Massentierhaltung ist. „Die Mehrheit der Deutschen möchte nicht, dass Tiere in solchen Anlagen leiden, trotzdem wird dies von der Politik nicht nur geduldet, sondern mit Steuergeldern subventioniert“, so Peifer in seiner Rede, „ es ist an uns Tierschützern und Tierrechtlern dagegen ein Zeichen zu setzen, die Umstände öffentlich zu machen und unsere Stimme für die Tiere zu erheben. Nur so können wir die Massentierhaltung abschaffen.“
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Unterstützung erhielt das Deutsche Tierschutzbüro heute nicht nur von Tierschützern aus dem ganzen Bundesgebiet, sondern auch von engagierten Bürgern aus der Region. Sowohl die GRÜNEN Anhalt-Bitterfeld, als auch die GRÜNE Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking nahmen an der Demonstration teil. Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen Sachsen-Anhalt und Mitglied im Stadtvorstand der Grünen Halle (Saale), sagte: „Das sechs-etagige Schweinehochhaus ist eine besonders perverse Form der industriellen Massentierhaltung. Die Tiere müssen dort unter unwürdigen und tierquälerischen Bedingungen leben.“ Marc-David Herrmann, Sprecher der Landesfachgruppe Tierschutzpolitik der Grünen Sachsen-Anhalt und ebenfalls Mitglied im Stadtvorstand Halle (Saale), ergänzt: „Massentierhaltung geht uns alle an, besonders in dieser extremen Form. Denn nicht nur die Tiere leiden unter den Haltungsbedingungen, sie geht auch zu Lasten von Umwelt und Menschen.“ Bündnis 90/Die Grünen Halle (Saale) fordern eine artgerechte Haltung von Tieren, die in Form von industrieller Massentierhaltung nicht möglich ist.

Im Vorfeld hatte der Betreiber des „Schweinehochhauses“ versucht, den Tierschützern die weitere Veröffentlichung des gedrehten Bildmaterials zu verbieten, scheiterte damit jedoch. Vor Ort zeigte das Deutsche Tierschutzbüro die Aufnahmen aus dem „Jenke-Experiment“ erneut auf einer großen Videoleinwand. „Wir werden dieses Unrecht weiter öffentlich machen, bis das Schweinehochhaus geschlossen ist“, so Peifer abschließend.

(Fotos: Deutsches Tierschutzbüro e.V./ Timo Stammberger)

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