Tempo! Humor! Schöne Frauen! Spitzenleistungen! Steintor-Varieté wird 125

27. Februar 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Es ist das älteste noch existierende Varieté der Welt und feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag: das Steintor-Varieté in Halle (Saale). Unter dem Titel „Tempo! Humor! Schöne Frauen! Spitzenleistungen!“ widmet sich eine Ausstellung im Stadtmuseum in der Großen Märkerstraße dem Haus.

Steintor_MG_6877Eröffnet wird es am 1. Februar 1889 als „Walhalla“, im gleichen Jahr wie der Eiffelturm in Paris und ein dreiviertel Jahr vor dem bekannten Moulin Rouge in Paris. Die Zeitungen damals feierten die Eröffnung mit den Worten, dass Halle nun eine richtige Großstadt sei. Den Namen Walhalla trägt das Haus bis in die 30er. Danach fordert die Reichsartistenkammer die Besitzer auf, den Namen zu ändern. Solch ein Name passe nicht zu dem Klamauk der geboten werde. Das amtliche Schreiben ist in der Ausstellung zu sehen. Außerdem viele Fotos, einige Kostüme aus der Zeit der großen Varieté-Shows und viele historische Dokumente wie alte Programmhefte, Plakate und Eintrittskarten. Auf zehn Leuchttafeln bekommen Besucher jede Menge Informationen zur Geschichte des Hauses. So war das Steintor zwischen 1946 und 1943 geschlossen. Auch zum Ende des zweiten Weltkriegs gab es eine kurze Unterbrechung, doch schon nach wenigen Wochen ging es weiter.

Viel erlebt hat das Varieté in den 125 Jahren Ringkämpfe wurden gezeigt, Gesang, Tanz, Akrobatik, Dressuren. Zu DDR-Zeiten war die Kindershow „Hoppelpoppel“ ein Highlight. Nach der Wende ging diese als die Weihnachtsgeschichte mit Herrn Fuchs weiter und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Konzerte wurden hier mitgeschnitten und auf Schallplatte gepresst, zum Beispiel von Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler. Eberhard Cohrs stand auf der Bühne, ebenso wie Frank Schöbel und Clown Ferdinand. Schon zu DDR-Zeiten kamen auch Weststars wie Rex Gildo und Katja Ebstein. Nach der Wende ging es erfolgreich weiter. RTL zeichnete hier sogar seine Fernsehshow mit Cindy aus Marzahn auf. Bap, Harald Juhnke, Jürgen von der Lippe…

Eröffnet wird die Schau am 1. März um 17 Uhr und ist ab dann bis 1. Juni 2014 dienstags bis sonntags geöffnet. Anschließend werden die Tafeln im Steintor-Varieté selbst gezeigt.

Umrahmt wird die Ausstellung von einem großen Begleitprogramm. So berichtet Steintor-Chef Rudenz Schramm am 11. März um 18 Uhr aus der halleschen Varité-Geschichte, am 18. März um 18 Uhr erzählen Bühnenakteure Anekdoten aus erster Hand. Petra Schmidt, Co-Kuratorin der Schau, berichtet am 8. und 22. April um 18 Uhr über die Geschichte des Ortes – von der Reitbahn bis zum Walhalla. Am 6. Mai um 18 Uhr liest Hennig Peker aus einem fast 120 Jahre alten Roman über das Walhalla-Theater. Am 13. Mai um 18 Uhr gibt es mit Kurator Erik Neumann eine Schmöker-Stunde in alten Programmheften. Und am 27. Mai um 18 Uhr erzählt Rudenz Schramm unter dem Titel „Als der Vorhang fiel“ Anekdoten aus dem Showgeschäft. Zudem sind auf einer großen Wand 30 Stars zu sehen, die im Steintor aufgetreten sind. Wer alle richtig erkennt hat die Chance, Eintrittskarten für das Varieté zu gewinnen.

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