Tag der Städtebauförderung: Einblicke in altes Fachwerkhaus und umgebaute Schule

9. Mai 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Viele Projekte in Halle (Saale) sind nur dank Fördermitteln möglich. So hat die Saalestadt im vergangenen Jahr 8 Millionen Euro für die Freiflächengestaltungen am Uniring, Schülershof und Mühlgraben, die Erneuerung und den Bau von drei Spielplätzen in Halle-Neustadt sowie den Umbau der Steintorschule zur Jugendherberge aus dem Städtebau-Förderprogramm erhalten.

Am Samstag nun sollten die Hallenser die Möglichkeit bekommen einmal zu sehen, was mit dem Geld passiert. Am Beachtenswertesten ist wohl das Projekt in der Mittelstraße, denn der Bauverein Halle-Leuna saniert hier das älteste erhaltene Fachwerkhaus in Halle. Viel ist hier noch zu tun, doch Besucher konnten schon einmal einen Blick hinter die Baugerüste werfen. Die entstehenden Wohnungen werden vermietet. Leider nicht zu sehen bekamen Besucher die historische Bohlenstube. Im Hof und der benachbarten Baulücke entstehen aber auch Eigentumswohnungen beziehungsweise Stadtvillen. Eine 94 Quadratmeter große Wohnung ist hier für eine Viertelmillion Euro zu haben.

Ehemalige Schüler wollten in der Steintorschule sehen, was aus ihre alten „Penne“ geworden ist. Denn das 1896 errichtete Gebäude wird im Juli als Jugendherberge wieder eröffnen. Jeder der ehemaligen Klassenräume wird dann Platz für zwei Zimmer mit Nasszelle bieten. 165 Betten in Zwei- und Vier-Bett-Zimmern wird es nach Ausbau der ersten Stufe geben, hinzu kommen vier Rollstuhlgerechte Zimmer. In allen öffentlichen Bereichen und deren Zugängen wird die neue Herberge barrierefrei ausgeführt. Ebenso werden einzelne Zimmer barrierefrei hergestellt. Im zweiten Ausbau sind es dann 240 Betten.

Einblicke gab es auch in die St.-Franziskus-Grundschule in der Südstadt, der ersten Passivhaus-Schule in Sachsen-Anhalt. Errichtet wurde die Schule zu 80 Prozent aus Holz. Eine 44 Zentimeter dicke Dämmschicht, aufgeblasen mit Zellulose, soll im Sommer für angenehme Kühle und im Winter für wohlige Wärme sorgen. Ein Großteil der Energie kommt von einem Windkraftwerk und sowie einer Solaranlage auf dem Dach und an der Fassade. Auch ein Erdwärmetauscher wurde eingebaut.

Eine Ausstellung in der Kirche der ehemaligen Landesheilanstalt im Ernst-Grünfeld-Weg informiert über die Entwicklung der früheren Garnison „Heide-Süd“.

Das Land Sachsen Anhalt hat in den Programmen der Städtebauförderung gemeinsam mit dem Bund und der EU seit 1991 rund 2,7 Mrd. Euro an Fördermitteln für die Finanzierung von Investitionen in den Kommunen bereitgestellt. Zuzüglich der Mindesteigenanteile der geförderten Kommunen in Höhe von insgesamt 833 Mio. Euro konnten die Kommunen somit Investitionen in Höhe von über 3,5 Mrd. Euro tätigen. Die Bewilligung, Auszahlung und Prüfung der recht- und zweckmäßigen Verwendung obliegt dem Landesverwaltungsamt. Zuwendungsempfänger sind ausschließlich die Städte und Gemeinden des Landes. Diese können die Fördermittel an Private weiterreichen.

„Jeder Euro Fördermittel generiert bis zu 8 Euro weitere Bauausgaben und Investitionen. Dadurch ergibt sich ein Bauvolumen von ca. 21 Mrd. Euro, welches durch die Städtebauförderung im Land seit 1991 aktiviert worden ist. Eine stolze Summe, die zeigt, was Fördermittel tatsächlich bewirken können.“, so Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt.

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