Tag des offenen Denkmals: Einblicke in den Neuen Weg

14. September 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Am 28. Februar 1992 war Schluss. Die Tageszeitung „Der neue Weg“, gegründet als Parteizeitung der CDU, erschien zum letzten Mal. Seit dem stehen die Gebäude Leipziger Straße 62 und Franckestraße 11 so gut wie leer. Nur im Erdgeschoss war bis vor wenigen Wochen noch ein Textilgeschäft ansässig.

Doch nun könnte sich etwas tun. Der Komplex hat eine neue Eigentümerin. Die Damrstädterin will das Areal sanieren, von Wohnnutzung ist die Rede. Lofts im Industriedenkmal wären machbar. Schon im kommenden Jahr könnten die Arbeiten starten. Kurz nach der Wende ließ die Treuhand das Dach sanieren, so dass trotz des jahrelangen Leerstands die Gebäudesubstanz zufriedenstellend ist. Zum Tag des offenen Denkmals konnten die Hallenser einen Blick in das 1911 als Verlags- und Druckhaus der „Halleschen Zeitung“ errichtete Gebäude werfen. Druckmaschinen stehen noch da. Auch alte Kalender aus dem Jahr 1992 hingen an der Wand, Namensschilder, Aufkleber aus einer längst vergessenen Zeit. Doch auch Stuckdecken, Bleiglasfenster, Holzeinbauten und Flügeltüren sind noch vorhanden, ebenso wie das Parkett.

Nicht geöffnet hatte ein markantes Fachwerkhaus am Alten Markt. Von Außen macht es einen guten sanierten Eindruck. Doch Eigentümer und Denkmalamt streiten sich über die Innensanierung. Zum Tag des offenen Denkmals mündete dies in Protestplakaten. Dort wird auf das Denkmalamt geschimpft. Dieses wolle die Sanierung und Nutzbarmachung der Denkmäler um jeden Preis verhindern. „Das ist wie, als wenn ein Arzt einem krebskranken Menschen die heilende Chemotherapie verweigert und ihm sein Schicksal überlässt. Ich wünsche mir, dass die Denkmäler der Stadt Halle nicht dem Schicksal überlassen werden und zumindest dort, wo eine Heilung möglich ist (z.B. am Alter Markt 31), diese verantwortungsvoll unter allen Umständen wahrgenommen wird“, schimpfen die Sympathisanten der Eigentümer auf HalleSpektrum.de.

Leckereien gab es im Schleiermacherhaus, wo Erdbeerwein, kandierte Früchte und Wildschwein vom Spieß probiert werden konnten. Im Stadtband präsentierten sich die Wassersportler vom USV. Die Künstlerin Nina Hannah Kornatz verkaufte die in streng limitierter Auflage hergestellte Grafik Springen. 50 % des Erlöses gehen an den Förderverein, der damit die denkmalgerechte Sanierung des historischen Duschbereichs der Frauenhalle unterstützen wird.

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