Szabados gibt Spaten ab: „ein bisschen wie Abschied“

5. September 2012 | Vermischtes | 6 Kommentare

Etwas wehmütig zeigte sich Halles scheidende Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados am Mittwoch. Der Grund: sie musste – oder wollte – sich von ihrer Spatensammlung trennen. Insgesamt 87 Objekte, darunter Scheren, Hämmer, Stempel und 54 Spaten, kommen nun ins Stadtmuseum. An Interimschef Ralf Jakob und die Kuratorin der neuen Dauerausstellung Susanne Feldmann übergab sie ihre „Werkzeuge der Erneuerung“.

„Mir kommen fast die Tränen“, meinte Szabados, „es ist ein bisschen wie Abschied. Für mich sind es nicht nur Werkzeuge der Erneuerung, sondern Werkzeuge der Erinnerung an die Erneuerung.“ Doch im Stadtmuseum seien diese in guten Händen. Sei es die Sanierung der PPP-Schulen, der Klinikanbau für das Bergmannstrost, der Sanierungsbeginn für das Freibad Saline, die ersten Spatenstiche am Weinberg Campus und am Gewerbegebiet Halle-Queis, der Stadionneubau… die Objekte erzählen Stadtgeschichte. Und sie zeigen, worauf die Stadt über alle die Jahre Wert legte. Zunächst ging es um die Infrastruktur. So entstanden Kläranlage und Wasserwerk, aber auch die Gasstation in Nietleben, übrigens der erste Spaten in der OB-Sammlung, die damals noch Beigeordnete war. Es folgte die Sanierung von Altenheimen, Unternehmensansiedlungen, später Schul- und Kita-Sanierungen und ganz zum Schluss der Neubau von Stadion und Robert-Koch-Schwimmhalle.

Die Spaten dokumentieren den Umschwung der letzten 22 Jahren, bilanzierte Bildungsdezernent Tobias Kogge, dem das Stadtmuseum untersteht. Nicht jeder Oberbürgermeister könne eine solche Bilanz vorweisen. Investruinen seien auch nicht dabei gewesen, meinte Szabados, um dann doch noch einzulenken: „außer Pyrolyx“. Das Unternehmen hatte im Hafen in Trotha eine Fabrik zur Verwertung von Altreifen geplant. Gebaut wurde sie nie.

Ein Teil der Spaten und weiteren Objekte wird nun Teil der neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum und im Bereich Siedlungskunst und Siedlungsumbau gezeigt. In diesem Bereich müsse man häufig auf Karten zurückgreifen, deshalb seien konkrete Objekte ideal, über die man Geschichten erzählen könne, meinte Kuratorin Susanne Feldmann.

Einen Lieblingsspaten konnte Szabados nicht benennen. Aber einer fehlt in der Sammlung, der für die Händelhalle. Und gern hätte sie auch noch einen Spaten für die Bebauung des Baulochs an der Spitze.

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