Suche nach Mörder von Mariya: Polizei startet freiwilligen Massenspeicheltest

25. April 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Suche nach dem Mörder der bulgarischen Studentin Mariya N. bliebt bislang erfolglos. Nun startet die Polizei einen Massenspeicheltest.
plakat mary
„Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) hat das Amtsgericht Halle (Saale) die Entnahme von Körperzellen gemäß § 81 h StPO angeordnet“, so Polizeisprecher Ralf Karlstedt. Mit einem sterilen Wattetupfer werden Speichelproben entnommen, anonymisiert an ein Institut der Rechtsmedizin übersandt, dort molekulargenetisch untersucht und mit vorhandenem Spurenmaterial abgeglichen. Die entnommenen Körperzellen werden laut Polizei ausschließlich für dieses Ermittlungsverfahren verwendet und unverzüglich vernichtet, sobald sie hierfür nicht mehr benötigt werden.

Die Maßnahmen werden unter Angaben der Personalien (Vor- und Nachnahme, Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnanschrift) von Polizei und Staatsanwaltschaft dokumentiert und in einer Datei gespeichert. Sobald diese Daten für das Ermittlungsverfahren nicht mehr benötigt werden, erfolgt deren unverzügliche Löschung. Eine Erfassung und/oder Speicherung dieser Daten in einer Datenbank erfolgt nicht.

Nach bisherigen Ermittlungen wurde Mariya N. in der Nacht vom 06.02.2014 zum 07.02.2014 von einer männlichen Person sexuell missbraucht und anschließend getötet. Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung der Leiche wurden auch Spuren gesichert, die DNA-haltiges verwertbares Material enthalten. Trotzdem liegen bis heute keine Hinweise zum Täter vor. Mit der Durchführung der Maßnahme erhoffen sich Staatsanwaltschaft und Polizei neue Ermittlungsansätze, um die Straftat aufklären zu können.

Zielgruppe dieser Maßnahme sind männliche Personen im geschlechtsreifen Alter. Die Polizei wird in nächster Zeit männliche Personen ansprechen wo bekannt ist, dass sie sich zum angenommenen Tatzeitraum im Umfeld des Fund/-Tatortes aufgehalten haben sowie männliche Bewohner mehrerer Studentenwohnheime der Stadt Halle (Saale). Wie lange diese erforderliche Maßnahme andauern wird und wie viel Personen letztendlich in Frage kommen, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. Die Polizei geht momentan von etwa 2000 männlichen Personen aus.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man mit der Abgabe der Speichelprobe nicht gleichzeitig Verdächtiger dieser Tat ist. Jedoch kann man unter Umständen einen wesentlichen Beitrag zur möglichen Aufklärung des Verbrechens leisten. Denn je mehr Männer eine freiwillige Speichelprobe abgeben, desto kleiner wird die Anzahl derer, die als Spurenverursacher in Frage kommen. Außerdem könnten sich neue Ermittlungsansätze ergeben.

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