Stura und Aktionsbündnis MLU protestieren gegen MuK-Aus

5. Februar 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Das am Mittwoch bekanntgewordene bevorstehende Aus für die Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sorgt für Kritik.

„Wer in einer Mediengesellschaft die Medienwissenschaften schließt, schadet der Weiterentwicklung unserer Universität. Diese fahrlässigen Stümpereien des Rektorats im Umgang mit der Zukunft des hiesigen Forschungsstandortes müssen ein Ende haben. Das Rektorat hat ja nicht mal den Mut, seinen Entschluss offen zu kommunizieren und schiebt den schwarzen Peter dem Senat zu“, so Clemens Wagner, Sprecher des Aktionsbündnisses MLU. Noch im letzten Jahr habe Rektor Sträter Wissenschaftsminister Möllring vor 7000 Menschen auf dem Marktplatz gewarnt, nicht zum Ministranten der Haushaltskürzungen zu werden, und sich so an die Seite der Protestierenden gestellt. „Nun hat es der Rektor offensichtlich ziemlich eilig, sich selbst zum eifrigen Ministranten des Ministers zu machen“, so Clemens Wagner weiter. Das Aktionsbündnis kritisiert aufs Schärfste, wie ideenlos es im Rektorat zugeht. Inhalte spielen anscheinend keine Rolle mehr. So wird für die Schließung der Medien- und Kommunikationswissenschaften auch nur ein einziger Grund genannt: Die dortigen Professuren lassen sich am schnellsten streichen. „Dies wäre definitiv das Ende für den Medienstandort Halle, insbesondere für das Mitteldeutsche Medienzentrum. Und für Sachsen-Anhalt gehen die Medienwissenschaften unwiederbringlich verloren. Und das lässt befürchten, dass demnächst weitere willkürliche Schließungsabsichten bekannt werden. Wir fordern den Senat auf, dieses Treiben schnellstmöglich zu stoppen“, so Dr. Renate Federle, Personalratsvorsitzende der MLU abschließend.

Auch vom Studierendenrat kommt Kritik. Für den Immatrikulationsstopp gebe es keine nachvollziehbaren Gründe. Die Studiengänge seien sehr beliebt, es werde eine gute Verzahnung zwischen Theorie und Praxis geboten und das Fach verfüge über sehr gute außeruniversitäre Kooperation. Einzig und allein weil die Professuren des Fachbereichs frei sind bzw. bald frei werden, böten sich die Medien- und Kommunikationswissenschaften zum Kürzen an. „Dieser sogenannten Logik folgt das Rektorat ohne dabei nachzudenken“, so der Stura. „Fatal ist dabei, dass die Universitätsleitung die Schließung von Fächern beginnt, bevor eine Profil- und Strukturdebatte an der Universität stattgefunden hat. Immer wieder hieß es, dass erst über das zukünftige Profil und die Zukunft der Universität diskutiert werden soll, bevor über strukturelle und finanzielle Folgerungen entschieden wird. Gegen dieses Prinzip, das auch wiederholt von der Landesregierung gefordert wurde, verstößt das Rektorat nun selbst. Und das, obwohl auch die Landesrektorenkonferenz erst eine inhaltliche und dann eine strukturelle Diskussion einforderte. Wir fordern vom Rektorat, sich nicht selbst zu widersprechen, in einem ersten Schritt gemeinsam mit allen Gremien über das Profil der Universität eine inhaltliche Debatte zu führen und von willkürlichen Kürzungen und Schließungen abzusehen.“ Zu denken gebe aber auch das Zustandekommen dieser Entscheidung. Das Rektorat habe den Beschluss gefasst, ohne demokratisch legitimierte Gremien zu informieren oder zu beteiligen. „In Anbetracht der Tatsache, dass in der Sitzung des Akademischen Senats letzte Woche explizit nach Immatrikulationsstopps gefragt wurde und das Rektorat keine konkreten Auskünfte dazu gegeben hat, werfen wir dem Rektorat eine Verschleierungstaktik vor“, erklärt der Stura. „Zusätzlich brisant ist die Entscheidung des Rektorats in Anbetracht der momentanen Haushaltsdiskussionen an der Universität. In der Sitzung des Akademischen Senats am vergangenen Mittwoch wurde deutlich, dass die Universität aus dem Hochschulpakt so viel Geld erhält, dass sie alle bestehenden Strukturen wie bisher finanzieren kann. Es sind darüber hinaus sogar Überschüsse in Millionenhöhe zu erwarten, die die Universität in diesem Jahr nicht benötigt. Aus diesem Grunde besteht zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anlass zu irgendwelchen Kürzungen an dieser Universität.“ Aus dieem Grund spricht sich der Studierendenrat gegen jegliche Immatrikulationsstopps, Kürzungen und Schließungen von Fächern aus und unterstützt die Studierenden und Mitarbeitern der Medien- und Kommunikationswissenschaften gegen das Vorhaben des Rektorats.

Weiterführender Artikel:
Aus für Medienwissenschaften in Halle droht: Uni will Bereich dichtmachen

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