Heute Streiks in Halle: Kitas, Verwaltung und Mülldeponie betroffen

27. März 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Im Kampf um mehr Geld hat die Gewerkschaft ver.di am heutigen Donnerstag in Halle (Saale) die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu Streiks aufgerufen.

Streik1Am Mittag setzte sich eine Demonstration vom Charlottencenter zum Riebeckplatz in Bewegung. Auf dem Verkehrsknoten ist eine Kundgebung geplant. Neben Streikenden aus Halle werden auch Teilnehmer aus Dessau, Wittenberg, Köthen, Aschersleben und Coswig erwartet. ver.di rechnet mit 1.000 Teilnehmern. Autofahrer müssen sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Denn zeitgleich rollen 40 Kehrmaschinen und Müllautos über Steintor, Magdeburger Straße und Volkmannstraße.

Aus den Lautsprechern schallten Lieder wie „1000 Verdianer stehen fest wie eine Wand“ oder „Hey Boss ich brauch mehr Geld.“ Auf den dutzenden Plakaten sind Sprüche wie „Wir sind mehr wert“ zu lesen.

GEW StreikIn der Saalestadt sind die Hallesche Wasser und Stadtwirtschafts GmbH, die Stadtverwaltung Halle, der Eigenbetrieb Kita und die Abfallwirtschaft Halle GmbH Halle mit der Deponie Lochau betroffen. Geschlossen bleiben die Kitas Däumelinchen, Froschkönig, Fuchs und Elster, Goldenes Schlüsselchen, Hasenberg, Haus kunterbunt, Kinderland, Kleiner Spatz, Krähenberg, Lustiger Kater, Reideburg, Schatztruhe, Sonnenschein und Waldhaus. In den entsprechenden Einrichtungen gibt es Aushänge für die Eltern. Es werden Notgruppen für berufstätige Eltern eingerichtet. Eltern setzen sich dazu direkt mit ihrer Kita in Verbindung. Im Gegensatz zu anderen Bundesländer ist im öffentlichen Nahverkehr nicht mit Streiks zu rechnen. Hier gibt es einen eigenen Tarifvertrag, so Gewerkschaftssprecher Lothar Philipp. Dieser wurde erst im vergangenen Jahr ausgehandelt.

Die Gewerkschaft fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern sollen die Nachtzuschläge von 15 Prozent auf das Niveau der Nachtzuschläge im TVöD (20 Prozent) angehoben werden. Gleichzeitig will ver.di mit den Arbeitgebern über einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für alle Beschäftigten sowie über den Ausschluss von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen sprechen. Das Ergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen werden. Die Gewerkschaftsforderungen werden für Halle Mehrausgaben von etwa 10 Millionen Euro nach sich ziehen, sollten sie so umgesetzt werden.

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