Stadtbad: Stadtwerke prüfen Sanierung, Interessenten fordern diese ein

25. Mai 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

100 Jahre wird das hallesche Stadtbad, und um die Zukunft ist es nicht gut bestellt. Denn eine Sanierung ist dringend notwendig. Per Interessenbekundungsverfahren sollten mögliche neue Betreiber gefunden werden, jedoch bislang erfolglos.

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Zwei Interessenten gab es, darunter der Förderverein des Stadtbads. Doch beide Bewerber hätten deutlich herausgestellt, „dass sie die Grundsanierung des von hohem Sanierungsstau gekennzeichneten Stadtbades nicht leisten werden“, so Sportdezernentin Judith Marquardt auf Stadtrats-Nachfrage der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen. „Von beiden Bewerbern wurde eine solche grundhafte Sanierung jedoch als Grundvoraussetzung benannt.“ Die Stadtwerke-Tochter Bäder Halle GmbH werde nun Planungsunterlagen für diese notwendige Sanierung einschließlich Kostenberechnung erarbeiten lassen, um den tatsächlichen Finanzbedarf für die Sanierung zu ermitteln. Die Planungsschritte seien notwendige Voraussetzung für künftige Fördermittelbeantragungen und perspektivische Verhandlungen mit Nutzern.

Die Grünen interessieren sich aber auch für die Sauna, die am Samstag letztmalig geöffnet hatte. „Durch die Schließung der unwirtschaftlichen sowie hygienisch problematischen Sauna im Stadtbad wird der Verlust pro Wirtschaftsjahr um 53,5 TEUR gemindert“, so Marquardt. Diese 53.500 Euro würden nun für die Planung und Kostenberechnung zur Sanierung genutzt. Die Verwaltung sei nachvollziehbar informiert worden.

Allerdings gibt es auch konkrete Angebote zur Anmietung von Räumlichkeiten, schließlich stehen beträchtliche Flächen in dem Gebäude-Komplex leer. „Im jetzigen Gebäudezustand ist eine kurzfristige Vermietung bzw. Nutzungserweiterung aus Gründen des Brandschutzes und der Sicherheit (u.a. wegen der Haustechnik) nicht möglich“, so Marquardt. „Die Anmietung von Räumen setzt voraus, dass die notwendige Sanierung der technischen Gebäudeausstattung (Heizung/Lüftung/Elektrik und Sanitäreinrichtung) erfolgt. Auch dafür wird die Planung erforderlich.“

Dabei gab es in der Vergangenheit bereits konkrete Ideen, wie es mit dem Stadtbad weitergehen könnte. So hatte der Runde Tisch Stadtbad, aus dem der Förderverein hervorging, hatte schon ein Nutzungskonzept erstellt. Darin wird ein Zugang zur nebenan entstehenden Jugendherberge vorgeschlagen. Auch sollen die größtenteils ungenutzten Nebenflügel wieder mit Leben erweckt werden. Hier könnte es Platz für Wellness, Kosmetik, Friseur und einen Fitnessbereich. Im Hof könnte ein kleines Café entstehen. Daneben wird eine Erweiterung des Saunabereichs vorgeschlagen.

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