Stadtbad: Geld dringend gebraucht, sonst droht Komplettschließung

23. Mai 2013 | Vermischtes | 7 Kommentare

Dem Stadtbad in Halle (Saale) könnte die Komplettschließung drohen, nachdem seit Oktober bereits die Frauenhalle dicht ist. Das machte Annette Waldenburger, Geschäftsführerin der Bäder GmbH, beim Runden Tisch Stadtbad am Donnerstag deutlich.

Demnach bereite insbesondere der seit Ende 2010 schon eingehüllte Turm immer größere Probleme. Der nächste Winter könne verstärkt zu herabstürzenden Putzteilen führen, „dann reicht das Netz nicht mehr aus“, so Waldenburger. „Die Bäder Halle GmbH kann das nicht sehenden Auges tun.“ Die Putzteile könnten Passanten beim Betreten des Bades gefährden, weshalb in dem Falle der Eingang zum Bad gesperrt werden müsste.

Wie Annette Waldenburger weiter sagte, seien die Kostenermittlungen inzwischen abgeschlossen. In einem ersten Schritt sollen zunächst die dringend nötigen Sanierungen erledigt werden. Dazu zählen neben der Rabitzdecke in der Frauenhalle und dem Turm auch der Außenputz und das Dach der Männerhalle, das Dach über dem Wannenbad sowie die Dachkuppel. 1,284 Millionen Euro seien dafür nötig.

Und genau da liegt das Problem: das Geld scheint momentan niemand zu haben. Die maximal mögliche Fördersumme aus dem Städtebauprogramm liegt aktuell bei 150.000 Euro, durch einen gesonderten Ratsbeschluss wären 500.000 Euro nötig. Doch die restlichen 784.000 Euro Eigenanteil könne die Bäder GmbH nicht aufbringen, machte Waldenburger deutlich. Für die Sanierung der einsturzgefährdeten Rabitzdecke in der Frauenhalle wären 230.000 Euro nötig, die zumindest aus dem Städtebauprogramm aber nicht gefördert werden können. Doch für Waldenburger ist das nicht das dringendste Problem, sondern viel mehr der Turm. „Wenn nicht bald was passiert, muss das Stadtbad wegen dem Turm komplett geschlossen werden“, machte auch Stadtteilmoderator Gernot Lindemann deutlich. „Die Planung liegt da, es könnte sofort begonnen werden.“

Immerhin ist nun von Seiten der Stadt Bewegung in die Sache gekommen. Mit Thomas Prochnow gibt es einen neuen Leiter Sport, und auf dessen Tisch liegt nun die Problematik. Wie er sagte, müsse der vor vier Jahren geschlossene Bäderfinanzierungsvertrag zunächst einmal genau unter die Lupe genommen werden. Denn derzeit gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wer nun eigentlich für die Kosten der Sanierung aufkommen muss – die Bäder GmbH oder die Stadt Halle. Offenbar wurde bei der damaligen Übertragung ein solches Vertragswerk aufgestellt, in dem heute niemand mehr durchblickt…

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