Stadtbad-Förderverein blickt auf spannendes Jahr zurück

19. Dezember 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare
Der Förderverein „Zukunft Stadtbad Halle (Saale)“ blickt auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr zurück. Im Februar hatte er sich gegründet, um eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Frauenhalle zu erreichen und eine komplette Schließung des Bades zu verhindern. Mit Erfolg. Seit Oktober ist die Frauenhalle wieder zugänglich, die Rabitzkuppel wurde saniert. .
Stadtbad10Das nächste Ziel des Fördervereins ist es, gemeinsam mit den Nutzern, der Stadt, den Stadtwerken und nicht zuletzt mit der Bäder GmbH ein langfristiges wirtschaftlich tragfähiges, gemeinwohlorientiertes Nutzungs- und Sanierungskonzept zu erarbeiten und Hilfestellung für die Umsetzung zu geben. Das ist das Ziel und der Zweck des Vereins.
Die Bäder GmbH hat ein Markterkundungsverfahren für „die Sa­nie­rung, ggf. At­trak­ti­vie­rung so­wie kon­zep­tio­nel­le Neu­aus­rich­tung für den Be­trieb des Stadt­ba­des oder Teil­be­rei­che des Stadt­ba­des“ auf den Weg gebracht. Der Stadtrat hat in seiner letzten Jahressitzung am 17.12.2014 beschlossen, dass Angebote und Bewerbungen im Rahmen dieses Verfahrens dem Stadtrat vorzulegen sind. Eine Entscheidung zur Übernahme oder Teilübernahme des Stadtbades durch Dritte bedarf einer Zustimmung des Stadtrates. Dies ist als Erfolg zu bewerten, da der Stadtrat geschlossen hinter einem gemeinwohlorientierten Konzept zum Stadtbad steht, heißt es vom Förderverein. Zahlreiche Kommunen in Deutschland sind bereits den Weg der Sanierung historischer Stadtbäder als aktive Sport- und Schwimmstätte erfolgreich gegangen. Gemeinsam ist auch in Halle dieser Schritt möglich, wenn man das Potenzial solcher Einrichtungen erkennt und als Chance begreift.
Dass dieses Bad gewollt ist, dass dieses Bad große Chancen bietet, hat es im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen.
_MG_2657Der internationale Designpreis lockte im Juni 2014 große Politik- und Kulturprominenz in das Bad und sorgte für mediales Aufsehen nicht nur in Deutschland. Tausende Besucher konnte die Ausstellung innerhalb von 3 Wochen zählen. Sogar Paul Biedermann hat sich als Werbeträger gewinnen lassen. Dieses Video zeigt das Bad ganz eindrucksvoll, zum Teil in ganz „neuem Licht“.
Der Förderverein organisierte begleitend eine Fotoausstellung „Gebaut zum Wohle unserer Stadt – Das Stadtbad Halle (Saale)“.  Damit konnte das Bad in seiner Entstehungsgeschichte, in seiner überregionalen Bedeutung, historischen sowie aktuellen Bedeutung als aktive Sportstätte vorgestellt werden. Einen außergewöhnlichen Zusatz bot der Förderverein. Das Becken der Frauenhalle wurde für diese Zeit in einen Wunschbrunnen verwandelt, wodurch Spenden eingeworben werden konnten. Die Münzen wurden am Ende der Aktion durch eine Taucherin der DRK Wasserwacht aus dem Becken gefischt.
Bereits im März referierte der Förderverein beim interdisziplinären Expertenworkshop der der Deutschen Vereinigung der Sportwissenschaften „Droht immer mehr öffentlichen Bädern das Aus? Was sagt die Wissenschaft? Was sagt die Praxis? Was sagen die Kommunen?“ Aus dieser Zusammenarbeit und in Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt heraus, wird im kommenden Jahr eine binationale und interdisziplinäre Tagung zum Stadtbad im Stadtbad stattfinden. Anlass ist das 100. Weihe-Jubiläum des Bades, das wir 2016 zu feiern haben. Die Tagung wird in ganz Deutschland die Aufmerksamkeit auf das Stadtbad lenken.
Stadtbad1Auch kleinere Aktionen fanden im Stadtbad statt, die einen hohen Sympathiewert haben.
Mit zahlreichen Spendern konnte der Förderverein die historische Waage wieder in Funktion bringen. Zahlreiche Exemplare solcher Waagen finden sich noch in Deutschland, doch scheint unser Exemplar momentan tatsächlich die einzige funktionstüchtige zu sein. Sie erfreut Groß und Klein – und seit November auch durch kleine Kunstwerke von bekannten halleschen und bald auch von überregionalen Künstlern. Die Waage ist somit eine Kunstwaage. Die kleinen Kunstwerke sind zum Sammeln gedacht. Die Einnahmen aus den Wiegevorgängen lässt der Förderverein in die Sanierung des Stadtbades fließen. Zwei mal 20 Cent kostet ein Wiegevorgang.
Stadtbad Kunst1Auch ist das Kunstprojekt KUNST IM STADTBAD ein großer Erfolg. KUNST IM STADTBAD VOL. I hat 1000 € eingebracht. Hierfür sei der Künstlerin Nina Hannah Kornatz zu danken. KUNST IM STADTBAD Vol. II mit dem Künstler Jens Günther hat zudem bereits Käufer gefunden. Für verschiedene Kunst- und Fotoprojekte stand das Stadtbad Kulisse, für Modedesigner der „Burg“, für das hallesche Modelabel Zukker, aber auch für das Bremer Label Nagano Fashion. Zudem wurde es für die Fotodatenbank des Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte fotografiert.
Für das kommende Jahr gilt es, mit der Bäder GmbH in einer Auswahlkommission die eingereichten Konzepte des Markterkundungsverfahrens zu prüfen.  Die Sanierung der Außenfassaden wird für den Förderverein ein wesentliches Projekt sein. Mit einem Fundraisingkonzept wollen wir die Bäder GmbH bei diesem Vorhaben unterstützen und die Stadt damit überzeugen, die notwendigen Eigenmittel zur Verfügung zu stellen. Eine Sanierung und Weiterentwicklung des Bades kann nur durch die finanzielle und nicht nur durch die ideelle Positionierung der Verwaltung der Stadt gelingen.
Zudem werden wir den 99. Geburtstag Mitte Februar 2015 feiern und den 100. Geburtstag vorbereiten.
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