Schluss mit Zirkustieren: Initiative protestiert gegen Zirkus Aeros

25. Februar 2014 | Vermischtes | 4 Kommentare

Der Zirkus Aeros macht derzeit Station in Halle (Saale). Auf dem Festplatz vor der Eissporthalle ist das Festzelt bis zum 2. März aufgebaut. Vorstellungen gibt es am Donnerstag um 16 Uhr, Freitag und Samstag 15 und 18.30 Uhr sowie Sonntag 11 und 14 Uhr.

zirkustiereIn den Shows treten unter anderem Pferde, Zebras und Kamele auf. Die Tierrechtsgruppe „Vegan in Halle“ ruft deshalb am Samstag, den 1. März, um 14 Uhr zu einer friedlichen Demonstration vor der Eissporthalle auf. Dabei sollen Besucher sowie Passanten von den Tierrechtlern über die nicht artgerechte Haltung von Tieren im Zirkus informiert werden. Die Aktion soll die Zirkusbesucher auf die Zustände hinter der „großen Show“ aufmerksam machen und sie zum Nachdenken anregen, ob sie weiterhin mit ihrem Eintrittsgeld Zirkusse mit Tieren unterstützen wollen.

Zirkusbetreiber in Deutschland müssen zwar die Tierschutzvorschriften beachten und an jedem Auftrittsort die amtstierärztliche Kontrolle bestehen, jedoch sind nach Ansicht der Tierrechtler die gesetzlichen Richtlinien dafür nicht ausreichend. Sie liegen sogar unter den Mindestanforderungen von Zoos und durch das ständige Umherreisen des Zirkus kann eine sachgemäße ärztliche Betreuung kranker Tiere nicht immer gewährleistet werden.

Die Darbietung und Zurschaustellung von Tieren aller Art basieren auf Unfreiheit und Unterdrückung von Bedürfnissen fühlender Lebewesen und haben daher in einer modernen Gesellschaft schon lange keinen Platz mehr. Anders als in 16 anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland bis heute keine Einschränkungen bezüglich der für Zirkusse genehmigten Tierarten. Ein sehr positives Beispiel ist Griechenland, das bereits 2012 ein landesweites Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschloss.

Circus6Zirkus Aeros war im Januar Thema in lokalen bis bundesweiten Medien, nachdem in Leipzig Zirkusmitarbeiter friedlich demonstrierende Tierrechtler attackierten. Wenn man so mit Menschen umgeht, liegt die Vermutung nahe, dass der Zirkus seine Tiere nicht besser behandelt. Um die Sicherheit der friedlichen Demonstranten zu gewährleisten, hat die Tierrechtsgruppe die örtliche Polizei um Schutz über die gesamte Dauer der Demonstration gebeten.

Bereits 2003 und 2011 hatte der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Doch auch mit der letzten Novellierung des Tierschutzgesetzes 2012 wurde kein Verbot von Wildtieren in Zirkussen eingeführt. Einige deutsche Städte haben bereits in eigener Regie lokale Verbote verhängt, weshalb die Initiative bei ihren Protesten Unterschriften sammelt, um dies auch in Halle zu erreichen.

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