Salzkronleuchter, Nikolausfahrten, Finnisches Fest: das war das zweite Adventswochenende in Halle

6. Dezember 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Das zweite Adventswochenende in Halle (Saale) bot wieder viele weihnachtliche Veranstaltungen für Familien.

So luden die Halloren zu ihrem traditionellen weihnachtlichen Schausieden ein, umrahmt von einem kleinen Weihnachtsmarkt. Hier boten die Halloren wieder verschiedene Produkte aus dem weißen Gold. Auch für Schleckermäulchen gab es etwas, verschiedene Kuchensorten waren im Angebot. Außerdem verkaufte die Fleischerei Gänzler die traditionelle Halloren-Schlackwurst. Doch das Highlight war das Entzünden der Salzkronleuchter, die aus Fischreusen hergestellt werden. Sie sind eine lange Tradition der Halloren, die erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Brauch vom Weihnachtsbaum verdrängt wurde. „Ohne einen Salzkronleuchter ist bei uns kein Weihnachten“, bekundete schon der aus einer Hallorenfamilie stammende Schriftsteller und Lithograf Robert Moritz (1873 – 1963). Bis heute hat sich dieser alte Brauch gehalten. Während andernorts ein geschmückter Tannenbaum die Stuben erhellt, war und ist es bei den Halloren Sitte, die Geburt Christi unter einem an der Decke aufgehängten Salzkronleuchter zu feiern. Hinter diesem Kunstwerk aus Weidenruten und Salz verbirgt sich mühevolle Handarbeit. Schon vor Wochen wurde damit begonnen, aus getrockneten Weidenzweigen die verschiedenen Teile der Kronleuchter zu schnitzen und zusammenzufügen. Die entstandenen Rohlinge wurden anschließend wieder und wieder mit heißer Sole begossen, getrocknet und wieder begossen, bis sie von einer dicken Salzkruste umhüllt waren. Auch eine Gruppe von Flüchtlingen, die derzeit bei der Euroschule an Sprachkursen teilnehmen, besuchten das Salinemuseum und erfuhren Details über die hallesche Stadtgeschichte.

Entlang der Saale gab es im Rahmen des „Saale Advents“ viele kleine Aktionen. So gab es am Pfälzer Ufer Kunsthandwerk und Musik. An der Brücke der Freundschaft präsentierten sich die Freiwilligen Feuerwehren Trotha und Lettin, zugunsten der ehrenamtlichen Löschtrupps wurde hier Glühwein verkauft. Am Peißnitzhaus lud Greenpeace zum alternativen Advent mit Basteln mit Tetra Paks, Windlichtern aus Altglas und Weihnachtsschmuck aus Altpapier. Im Alten Fischerhaus in der Talstraße wurde eine Teddybärenausstellung gezeigt.
Im Hinterhof der Großen Steinstraße 30 versteckte sich auch dieses Jahr wieder ein kleiner Adventsmarkt. Der seit 2003 immer am 2. Adventswochenende seine Pforten öffnende kleine Markt bot wieder viele Stände mit vielen regionalen Angeboten aus Handarbeit. So gab es Töpferarbeiten, Schmuck und Kleidung. Aber auch die Werke eines Holzbildhauers und Papierarbeiten kann man erstehen.

Daneben lockte die Innenstadt mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Auch das Neustadt Centrum hatte am Sonntag geöffnet. Außerdem war der Peißnitzexpress in diesem Jahr zum letzten Mal unterwegs. Zu den Nikolausfahrten hatte sich auch der Weihnachtsmann gesellt. Und auch die Halleschen Straßenbahnfreunde waren unterwegs, schickten einen historischen Tatra-Wagen auf Tour, begleitet vom Nikolaus. Auch der Marktplatz wurde anlässlich des finnischen Nationalfeiertags ein finnisches Fest gefeiert. Dabei konnten Interessierte auch etwas Finnisch lernen und sich so einen Glögi-Gutschein sichern. Einen Mini-Weihnachtsmarkt gab es auch in der Landsberger Straße. Neben einem Flohmarkt wurden hier auch Weihnachtsbasteln und ein Tischtennisturnier geboten. Und vor den Geschäften in der halleschen Innenstadt erklang klassische Musik im Rahmen von „Klassik im Advent“.

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