Statistisches Jahrbuch: Sachsen-Anhalt auf 776 Seiten

16. Dezember 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Mehr Legehennen, weniger Einwohner, etwas mehr Geburten, steigende Kartoffel-Erträge: das sind einige der Fakten aus dem neuen Statistischen Jahrbuch Sachsen-Anhalt, das der Präsident des Statistischen Landesamtes Manfred Scherschinski am Montag in Halle (Saale) vorgestellt hat. In zwei Bänden gibt es auf 776 Seiten so ziemlich jede Statistik über das Bundesland.

Im Land Sachsen-Anhalt lebten demnach am 31.12.2012, fortgeschrieben auf der Basis des Zensus, 2 259 393 Einwohner, davon waren 1 154 724 Frauen und 1 104 669 Männer. Erneut ist damit die Zahl der Einwohner im Land zurückgegangen, was vor allem am Geburtendefizit lag. Zwar stieg die Zahl der Lebendgeborenen im Jahr 2012 insgesamt wieder leicht an und lag mit 16.888 um 51 Kinder höher als im Vorjahr. Allerdings kletterte auch die Zahl der Gestorbenen im Jahr 2012 wieder und lag bei 30.321 Personen. Spricht: es starben 13.433 Menschen mehr als geboren wurden. Für das Jahr 2012 wurden 44.863 Fortzüge, aber auch 40.608 Zuzüge registriert. Das entsprach einem Wanderungsdefizit von 4.255 Personen und dem niedrigsten Wert seit 16 Jahren. Größte Stadt bleibt weiter Halle. „Magdeburg hat Halle noch nicht eingeholt“, so Scherschinski, der von einem Kopf an Kopf-Rennen sprach.

37 Prozent der Bevölkerung waren am Zensusstichtag (9. Mai 2011) ledig. Dieser „Zustand“ trifft für Männer häufiger zu als für Frauen. 46 Prozent der Bevölkerung waren verheiratet oder lebten in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. 9 Prozent der Bevölkerung waren verwitwet oder der/die Lebenspartner/in war verstorben. 8 Prozent der Bevölkerung waren geschieden oder hatten die Lebenspartnerschaft gelöst. Hier betraf es mehr Frauen als Männer. In Sachsen-Anhalt, dem Ursprungsland der Reformation, gehörten knapp 15 Prozent der deutschen Bevölkerung der evangelischen Kirche an. 3,3 Prozent bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche. Vier von fünf Sachsen-Anhalter gaben an, keiner Religion oder einer anderen als der evangelischen oder römisch-katholischen Kirche anzugehören. In jedem vierten Haushalt lebt eine Familie mit einem Kind oder mehreren Kindern. Bei 57 Prozent der Familien sind die Eltern verheiratet (172 400 Ehepaare), bei knapp 16 Prozent leben die Eltern in einer Lebensgemeinschaft (47 800) und bei reichlich 27 Prozent werden die Kinder von nur einem Elternteil erzogen. Es gibt in Sachsen-Anhalt 72 300 alleinerziehende Mütter und 9 800 alleinerziehende Väter.

44 Prozent der Sachsen-Anhalt sind erwerbstätig, 30 Prozent beziehen Rente, 15 Prozent werden durch Angehörige versorgt und 11 Prozent beziehen Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Jeder 6. Haushalt hat im Monat weniger als 900 Euro zur Verfügung.

Das Bruttoinlandsprodukt, umfassendster Ausdruck für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung einer Region, wuchs in Sachsen-Anhalt im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 0,5 Prozent. Nominal, d. h. unter Einbeziehung der Preisentwicklung, erreichte Sachsen-Anhalt ein Bruttoinlandsprodukt von 52,8 Mrd. EUR, was einer Erhöhung von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. An der Gesamtwirtschaft Deutschlands hatte Sachsen-Anhalt im Jahr 2012, wie auch in den vorangegangenen fünf Jahren, einen Anteil von 2,0 Prozent. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ging das dritte Jahr in Folge zurück und lag bei 13 378. Nach sechs Jahren Rückgang stieg im Jahr 2012 die Zahl der Gewerbeabmeldungen leicht an. Mit 15 321 Abmeldungen bestand damit ein Negativsaldo von 1 943. Im Jahr 2012 wurden 657 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, das waren 115 weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Insolvenzen gab es mit 136 wieder im Baugewerbe. Deutlich weniger von Insolvenz betroffen als im Vorjahr waren Unternehmen im Gastgewerbe (- 39) und im Baugewerbe (- 37). Jede vierte Unternehmensinsolvenz wurde mangels Masse abgewiesen. Nach einem Tief im Jahr 2009 stieg der Außenhandel Sachsen-Anhalts, wenn auch nicht so stark wie 2011, im vergangenen Jahr weiter an. Die Außenhandelsbilanz zeigte Einfuhren in Höhe von 15,7 Milliarden EUR (841 Millionen bzw. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr) und Ausfuhren in Höhe von 14,9 Milliarden EUR (178 Millionen bzw. 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr). Allein 41 Prozent der Einfuhren kamen aus der Russischen Föderation. Mit Abstand folgten die Einfuhren aus Polen (9,1%), den Niederlanden (5,9%), der Volksrepublik China (5,1%) und Frankreich (4,4%). Die Ausfuhren sind nicht in diesem Maße polarisiert wie die Einfuhren. 10,9 Prozent der Ausfuhren aus Sachsen-Anhalt gingen im Jahr 2012 nach Polen, es folgten Italien (7 %), Frankreich (6,9%), das Vereinigte Königreich (6,6%) und die Tschechische Republik (6,1%). Knapp 62 Prozent der Bodenfläche sind Landwirtschaftsflächen. Damit hat Sachsen-Anhalt nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den drittgrößten Anteil. Die Hektarerträge in den wichtigsten Fruchtarten lagen im Jahr 2012, teilweise erheblich, über denen des Vorjahres und auch über dem Durchschnitt der Jahre 2002-2007. Bei Kartoffeln (+ 12,4 %), Zuckerrüben (+ 10,2 %) und Silomais/Grünmais (+ 23 %) und Körnermais (16,4 %) wurden zweistellige Steigerungsraten erreicht, bei Weizen waren es 3,2 Prozent. Mit Roggen, Gerste und Hafer wurden gegenüber dem Vorjahr deutlich geringere Erträge erzielt.

Wieder stark rückläufig war die Zahl der bei Straßenverkehrsunfällen getöteten Personen. Während im Jahr 2011 noch 181 Personen bei Unfällen ihr Leben lassen mussten, waren es im Jahr 2012 noch 140 Personen und damit der niedrigste Wert seit 1990.

Das verfügbare Einkommen privater Haushalte stieg im Zeitraum 1995 bis 2011 in Sachsen-Anhalt um 22,5 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 27,2 Prozent.

Überdurchschnittlich stark entwickelten sich die Preise in den letzten zwei Jahren (2010=100) für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (106,6), für Verkehr (107,2), Heizöl (137,0), Gas (111,7) und Strom (107,9). Auf 94,8 Punkte dagegen ging der Index für die Nachrichtenübermittlung auf Basis 2010=100 zurück.

Traditionsgemäß erscheint das Statistische Jahrbuch auch in diesem Jahr in zwei Teilen:
Teil 1 Landesdaten und Übersichten über alle Bundesländer 15,00 EUR
Teil 2 Kreisdaten 5,00 EUR
(zuzüglich Versandkosten)

Das Jahrbuch kann ab sofort bestellt werden beim

Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt
Dezernat Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 20 11 56
06012 Halle (Saale)

Fax: 0345 2318-913

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben