Roma-Denkmal am Steintor oder in Trotha geplant

5. November 2014 | Vermischtes | 2 Kommentare

Am 3. März 1943 begann die Deportation von 33 Sinti und Roma aus Halle (Saale) in das Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Auschwitz. An ihre Geschichte soll jetzt eine Gedenktafel erinnern. Rainer von Sivers von der Initiative Zivilcourage hatte im September diesen Vorschlag unterbreitet. Nun werden die Ideen konkreter.

So könnten Gedenktafeln am Steintor, dort lebten ursprünglich viele der halleschen Sinti und Roma, oder in der Geschwister-Scholl-Straße in Trotha angebracht werden. Dort hatte sich im dritten Reich das sogenannte „Zigeunerlager“ der Nazis befunden. „Es sind alle Namen bekannt, wer wann deportiert wurde“, machte Sivers im Kulturausschuss deutlich. So sei das jüngste Opfer ein wenige Wochen altes Baby gewesen. „Halle hat bis jetzt keinen Gedenkort für Sinti und Roma“, so Sivers.

Mit Josef Muscha Müller überlebte nur ein einziges Mitglied der Sinti- und Roma-Volksgruppe in Halle das dritte Reich. Er wurde von engagierten Hallensern in der Gartenanlage in der Frohen Zukunft versteckt. Im Alter von 12 Jahren wurde Müller in der Schule von der Gestapo festgesetzt und in der damaligen Weidenplanklinik zwangssterilisiert. Seine Erinnerungen hat er in einem Buch niedergeschrieben, das 2003 auch als Theaterstück „Zwangssterilisiert“ im Thalia Theater gezeigt wurde. Das Theaterstück soll mit Halleschen Schülern neu erarbeitet werden, um ihnen so die Geschichte verständlicher zu machen.

Sivers schlägt einen Gestaltungswettbewerb in der Kunsthochschule zur Gestaltung des Denkmals vor. Die Finanzierung soll durch Spenden und Theaterveranstaltungen erfolgen. „Der Stadt sollen keine Kosten entstehen, auch nicht im Unterhalt“, sagte Sivers, der ein Patenschaftsmodell vorschlägt. Am Heinrich-Heine-Denkmal auf dem Uniplatz, das Sivers ebenfalls mitinitiiert hat, funktioniert dies schon seit Jahren bestens.

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