Reisezugwaggon aus Ammendorf für das Stadtmuseum

17. April 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

1948 wurden in Halle-Ammendorf die ersten Reisezugwaggons für die Sowjetunion gebaut. Anfang der 90er endete diese Tradition, wenige Jahre später war der komplette Waggonbau tot.

Doch in der neuen Dauerausstellung des Stadtmuseums Halle (Saale), die am 11. Mai eröffnet wird, lebt die Waggonbautradition fort. Ein Modell eines Russland-Waggons wird nämlich in der Schau zu sehen sein. Jahrelang verstaubte es im Keller der ehemaligen Berufsschule des Waggonbaus Ammendorf in der Julius-Ebeling-Straße. Am Mittwoch wurde das aufwendig gestaltete Modell ans Stadtmuseum geliefert. Selbst im Inneren des Modells wurde Wert auf Details gelegt, nicht nur Sitze sondern auch Toiletten, Mini-Feuerlöscher und Gardinen gehören dazu, ebenso kleine Tischlampen – genauso wie das große Original.

Und während von Halle aus nach Russland beziehungsweise die Sowjetunion geliefert wurde, gab es auch ein Geschenk aus Moskau: die dortigen Straßenbahnbauer schenkten Ernst Thälmann 1927 eine Freundschaftsfahne. Die kam 1954 ins Stadtmuseum, wurde nun restauriert und wird ebenso gezeigt. Angeliefert wurde am Mittwoch außerdem Kälteverdichters aus der Maschinenfabrik Halle. Und auch ein Modell eines Berliner S-Bahn-Waggongs Made in Halle kam an.

Doch auch den Böcklin-Bonus-Heften widmet sich die Schau. Carlo Böcklin und Beate Bonus hatten 1911 vier Geschichten einer modernen Form des Kasperletheaters auf den Markt gebracht. Gedruckt wurden die Werke im Druckereigebäude, das heute als Standort für die neue Dauerausstellung des Museums dient.

Die Spatensammlung der früheren Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados wird ebenso zu sehen sein wie ein mittelalterliches Stadtmodell. Erinnert wird auch an die Fernsehgeschichte. So sind der graue Mantel von Kommissar Schmücke und die schwarze Lederjacke von Kommissar Schneider aus dem Polizeiruf ins Museum gewandert. Insgesamt werden es um die 500 Objekte sein, die im ehemaligen Druckereigebäude, das mit Hilfe des Konjunkturpakets II saniert wurde, ausgestellt werden. Platz wird auch politischen Personen der Stadtgeschichte eingeräumt. Neben Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher auch Margot Honecker. Die Frau des früheren DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker kam 1924 in Halle als Margot Feist auf die Welt, besuchte hier die Weingärtenschule.

„Wir stellen gerade die Ausstellungsarchitektur fertig“, erklärte Kuratorin Susanne Feldmann in der Beigeordnetenkonferenz deutlich. Ein Bereich werde bereits eingerichtet. Vier Wissenschaftler würden parallel an den Texten arbeiten. Ein Alleinstellungsmerkmal sei die thematische Unterteilung in fünf Themenbereich und keine Chronologie. Sehr stark habe man sich um die Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte bemüht. An elf Stationen werde man auf andere Museen verweisen. Und auch wenn die Bauarbeiter noch allgegenwärtig sind, zeigt sich Feldmann überzeugt, den Einweihungstermin einhalten zu können. „Ich denke mal wir schaffen das“, sagte sie, „Sie müssen sich keine Sorgen machen.“ Eröffnet werden zunächst drei der fünf Themenbereiche. Der erste widmet sich der Siedlungsgeschichte, die zweite unter „Made in Halle“ Produkten und Ideen aus der Saalestadt. In „Halle und die Welt“ geht es um Verbindungen Halle in die Welt hinaus.

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