Rechtsextremismus am Gymnasium Landsberg: wo waren die Erwachsenen?

28. Oktober 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Jugendliche zeigen im Klassenraum den Hitlergruß, über Whatsapp tauschen Sie sich fremdenfeindliche Sprüche aus: seit Montag sorgt ein Nazi-Skandal am Gymnasium Landsberg für Schlagzeilen. Die Bild-Zeitung druckte entsprechende Fotos. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen die Neuntklässler.

Mit „Entsetzen und tiefem Schock“ habe man davon Kenntnis erhalten, sagt Max Privorotzki, Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Halle und des Jüdischen Landesverbandes. Ohne sich verstecken zu müssen habe sich dort offenbar ein rechtsextremes Nest etabliert.

„Wo waren die Erwachsenen? Haben sie nichts gesehen, nichts gewusst? Oder wollten sie einfach nichts sehen und nichts wissen?“, fragt Privorotzki. Entsetzt zeigt er sich darüber, dass die Vorfälle trotz eines Stolperstein-Projekts möglich waren.

„Sehr bald, am 9. November, werden wir in vielen Orten, wahrscheinlich auch in Landsberg, die Opfer des Reichspogroms gedenken. Die Opfer selber brauchen dieses Gedenken nicht – es brauchen wir, die jetzt Lebenden. Gerade dafür, dass Niemand in Zukunft sagen könnte: ich habe es nicht gesehen und nicht gewusst…“, so Privorotzki.

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