Rainbowflash: Luftballons für mehr Toleranz

17. Mai 2013 | Vermischtes | 3 Kommentare

Hunderte bunter Luftballons stiegen am Freitagnachmittag in den Himmel über Halle (Saale) auf, versehen mit Botschaften gegen Homo- und Transphobie. Mit dem Rainbow-Flashmob sollte für mehr Toleranz protestiert werden.

Denn seit gerade einmal 21 Jahren gilt Homosexualität nicht mehr als Krankheit. Am 17. Mai 1992 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus dem ICD, der Internationalen Klassifikation der Krankheiten gestrichen. Aus diesem Grund wird seit 2005 weltweit der 17.5. als Internationaler Tag gegen Homophobie (IDAHO) begangen. Doch das Datum 17.5. erinnert in Deutschland zudem auch an den § 175, der Homosexualität viele Jahre unter Strafe gestellt hatte. In einigen Ländern wird gelebte Homosexualität noch heute sogar mit der Todesstrafe bedroht, so u.a. in Iran, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien und Sudan.

Zum Rainbowflash hatten deshalb das BBZ „lebensart“e. V., die AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd e. V., Dornrosa e. V., das Jugendnetzwerk Lambda Sachsen-Anhalt e. V. und der Arbeitskreis que(e)r_einsteigen der Universität Halle aufgerufen.Neben Beratungs- und Info-Angeboten wurde Ausstellung zu Homophobie und Geschlechtsrollenstereotypen gezeigt.

Unabhängig von der sexuellen Orientierung müssen nach Ansicht der lesben- und schwulenpolitischen Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachsen-Anhalt, Cornelia Lüddemann, alle Menschen gleiche Chancen haben. „Um das zu erreichen, brauchen wir für Sachsen-Anhalt einen Landesaktionsplan gegen Homophobie. Ausgehend von einer Situationsbeschreibung sollte der Plan Ziele und Maßnahmen festlegen“, so Lüddemann. „Ich wünsche mir, dass insbesondere Abgeordnete aus der SPD-Fraktion über ihren eigenen Schatten springen und im Parlament mit uns für diesen Antrag stimmen werden.“ In diesem Zusammenhang erinnert Lüddemann noch einmal an einen fraktionsübergreifenden Beschluss des Landtags im Februar. „Dank einer Initiative der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, setzt sich die Landesregierung jetzt mit dem Bundesministerium für Gesundheit sowie der Bundesärztekammer wegen der Abschaffung der diskriminierenden Regelung bei Blutspenden in Verbindung“, erklärt die Politikerin. „Nicht die Gerichte sondern wir – die Volksvertreter – müssen für die Gleichstellung sorgen. Homosexualität ist keine Krankheit. Die Einsicht in diese Tatsache allein reicht aber nicht aus – es darf keine Rolle spielen, ob eine Frau einen Mann oder ein Frau oder ein Mann einen Mann liebt.“

Die erzielten Erfolg täuschen nicht darüber hinweg, dass Schwule und Lesben immer noch in vielen Ländern strafrechtlich verfolgt oder auch mit dem Tode bestraft werden, macht Sören Kohse von den Jungen Liberalen Halle-Saalekreis deutlich. „Gerade innerhalb Europas wird deutlich, vor welchen großen Aufgaben wir stehen“ meint er angesichts von über 300.000 Menschen, die in Frankreich gegen die Homo-Ehe protestieren oder das in Russland noch härtere Gesetze im Umgang mit Homosexualität erlassen werden. „Sicherlich sind wir in Deutschland auf einem gutem Weg, aber noch lange nicht am Ende. Das beweisen gerade die Debatten um das Thema von Adoptionsrecht und Homo-Ehe“, so Kohse. Die Politik müsse endlich die richtigen Entscheidungen daraus zu folgern. „Für die JuLis Halle bedeutet das, dass gerade eine Partei, die die Freiheit in ihrem Namen trägt, für die Rechte von Homosexuellen und für die Freiheit alternativer Lebensmodelle kämpfen und einstehen muss. Das möchte man auch mit der Teilnahme am diesjährigen CSD in Halle öffentlich bekunden. Letztlich sind alle aufgefordert zu handeln. Denn um Rechte zu kämpfen und diese in der Gesellschaft zu etablieren, das bedarf wesentlich mehr als nur stoisches Fordern. Die Freiheit muss endlich in der Gesellschaft ankommen.“

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