Radler unter Auto eingeklemmt: Freiwillige Feuerwehren üben Unfallszenario

17. Januar 2016 | Vermischtes | 4 Kommentare

Zu knapp 500 Einsätzen im Jahr werden die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Halle (Saale) gerufen. Und bei jedem Einsatz muss das Zusammenspiel gut klappen. Deshalb sind auch regelmäßige Übungen nötig.
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Am Freitag und Samstag wurden die einzelnen Wehren deshalb zu einer unangekündigten Übung gerufen. „Diese Überprüfung soll den Leistungsstand der ehrenamtlichen Kräfte dokumentieren und mögliche Ausbildungsschwerpunkte aufzeigen“, sagt Stadtwehrleiter Andy Ziems.
Diesmal diente ein Unfall als Einsatzszenario. Bei winterlichen Temperaturen stießen ein Radfahrer und ein Pkw an einer Einmündung zusammen, der Radler wurde samt Drahtesel unter dem Auto eingeklemmt. Aufgabe der ehrenamtlichen Retter war es, die Einsatzstelle zu sichern, den verletzten Radfahrer und den beteiligten PKW-Fahrer zu retten und zu betreuen. Zudem musste der Radler reanimiert und beatmet werden, da er – so das Szenario – das Bewusstsein verlor und es zu einem Herz-Kreislauf-Versagen kam.

Die Aufgaben mussten unter den wachsamen Augen von Stadtwehrleiter und Stellvertreter, dem für Ausbildung und Koordination der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Halle zuständigen Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und einem Kollegen der Berufsfeuerwehr Cottbus , der derzeit einen Ausbildungsabschnitt für den Aufstieg in den gehobenen Dienst absolviert, gemeistert werden.

Alle zehn überprüften Freiwilligen Feuerwehren hätten gute bis sehr gute Ergebnisse erreicht, so der Stadtwehrleiter im Nachhinein. „Sie haben gezeigt, dass sie gegenüber den Kollegen der Berufsfeuerwehr in Punkto Können und sicherer Handhabung ihrer Ausrüstung nicht nachstehen“, so Ziems, der ein sehr positives Fazit aus dieser Einsatzüberprüfung zieht. „Stellen doch die freiwilligen Feuerwehren einen erheblichen Anteil an der städtischen Gefahrenabwehr. Damit kommt der gute Ausbildungsstand allen Bürgern zu Gute. Verbunden mit einer gestiegenen Gesamtmitgliederzahl der aktiven Einsatzkräfte können wir positiv nach vorn in das Jahr 2016 blicken und uns den Aufgaben des Jahres stellen.“

Getestet wurden Ammendorf, Büschdorf, Diemitz, Dölau, Kanena, Neustadt, Nietleben, Passendorf, Reideburg und Trotha. Die Freiwillige Feuerwehr Halle-Lettin konnte wegen des Einbruchs in ihr Gerätehaus und der daraus resultierenden Beeinträchtigung der Einsatzfähigkeit nicht getestet werden. Die Diebe hatten unter anderem Einsatzmittel wie Trennschleifer und Funkgeräte entwendet.

Halles Freiwillige Feuerwehren haben derzeit um die 300 aktiven Mitglieder im Einsatzdienst, wovon ein Zehntel weiblich sind.

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