PC-Fritz: zweites Verfahren startet am Dienstag

12. Januar 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Noch bis Februar läuft der erste Prozess um das hallesche Unternehmen PC-Fritz, dabei geht es um Steuerhinterziehung. Am Dienstag beginnt nun am halleschen Landgericht der zweite Prozess.

Werbetruck auf dem Hallmarkt

Werbetruck auf dem Hallmarkt


Den vier Angeklagten werden vier Verstöße gegen das Urhebergesetz, jeweils in Tateinheit mit gewerbsmäßigem Betrug zur Last gelegt. Sie sollen laut Anklage seit November 2012 ein Unternehmen betrieben haben, das sich im Wesentlichen mit dem Vertrieb von Hard-und Softwareprodukten beschäftigte. Dieses Unternehmen soll zunächst in der Form einer GmbH mit Sitz in Halle betrieben worden sein. Dabei sollen zum weit überwiegenden Teil MS Windows- Betriebssysteme vertrieben worden sein, welche ohne die erforderliche Erlaubnis der Rechte-Inhaberin in verschiedenen Presswerken im Ausland – überwiegend in der Ukraine – hergestellt und mit passenden Aufklebern mit dem zur Freischaltung der Software erforderlichen „Produkt-Keys“ versehen worden seien. Diese sollen dann über verschiedene Verkaufsplattformen sowie die unternehmenseigene Homepage veräußert worden sein, wobei den Abnehmern wahrheitswidrig vorgespiegelt worden sei, es handele sich tatsächlich um lizenzierte Software der Microsoft Corporation USA. Durch derartige Geschäfte sollen die Angeklagten zwischen November 2012 und April 2014 Erlöse in Höhe von insgesamt mehr als 9,3 Millionen Euro erzielt haben.

Dabei soll es sich bei dem Angeklagten F.C. um den eigentlichen Kopf der Bande und faktischen Geschäftsführer des Unternehmens gehandelt haben. Die übrigen Angeklagten sollen andere Aufgaben im Unternehmen, etwa in Vertrieb und in Buchhaltung, ausgefüllt haben. Der formal zum Geschäftsführer bestellte Maik Malow soll tatsächlich mit den geschäftlichen Belangen im Unternehmen nicht betraut gewesen sein, er soll nach eigenem Bekunden das Aushängeschild für die „Promotour“ gewesen sein. Der M. ist in der Anklageschrift als Zeuge benannt, von der Kammer bislang aber nicht geladen worden.

Die Angeklagten haben sich zum Tatvorwurf bislang nicht eingelassen. Im Falle einer Verurteilung drohen Gesamtfreiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.

PC Fritz hatte sich vor zwei Jahren mit einem großen Werbeauftritt in Szene gesetzt. So gab es eine Deutschland-Tour mit zahlreichen B-Promis. So feierte das Unternehmen auf dem Hallmarkt eine Party mit DJ Tomekk, Joey Heindle, Menderes, Peer Kusmagk und Nino de Angelo. Im Mittelpunkt stand eine angebliche Krebserkrankung des Geschäftsführers Maik Mahlow.

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