Neues Wohngebiet an der Böllberger Mühle: Umweltverein fordert Planungsstopp

6. Februar 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die geplante Aufstellung eines Bebauungsplans für die alten Industriebrachen rund um die Böllberger Mühle sorgen führ heftige Kritik vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder (AHA). Der Umweltverein fordert einen sofortigen Planungsstopp.

Foto: Ralf Liebegott

Foto: Ralf Liebegott


Man habe die Pläne mit „Unverständnis und großer Sorge“ aufgenommen. Mit dem Bebauungsplan soll die Errichtung mehrere Einfamilienhäuser und Stadtvillen entlang des Saaleufers in Böllberg im Bereich der ehemaligen Brauerei, des Sportplatzes und der Gartenanlage genehmigt werden. Ein Investor will zudem die Böllberger Mühle sanieren, hier Büros und Loftwohnungen einrichten. Auch ist zwischen der Mühle und den Tennisplätzen entlang der Saale vorgesehen.

Vom Grundsatz her sei es zu begrüßen, Planungen für die seit 20 Jahren leerstehenden einstigen Industrieflächen anzustellen. „Jedoch gilt es derartige Überlegungen auch immer unter den Gesichtspunkten des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes zu tun“, so der AHA. „Insbesondere ist das auch dann dringend geboten, wenn derartige Überlegungen massive Eingriffe in das Saaleufer mit einbezieht, weil diese Landschafts-und Naturbereiche mit ihren Auenwaldrestbeständen einen wichtigen Bestandteil in dem Grün- und Biotopverbund entlang der Saale und in das hallesche Stadtgebiet darstellen.“ Der Bereich sei Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, so unter anderem für Fledermäuse und Eulen in den seit Jahren leerstehenden Gebäuden. „Ebenso suchen hier zahlreiche Vogel-, Insekten- und Spinnenarten ihren Lebensraum, welche zudem eine sehr wichtige Bedeutung für einen gut funktionierenden Naturhaushalt besitzen“, so der AHA. Der Umweltverein schlägt vor, die entsprechenden Gebäude aus dem Bebauungsplan auszuklammern. Das würde bedeuten, dass eine Sanierung der Böllberger Mühle nicht mehr möglich wäre.

Vorgesehene Bebauung

Vorgesehene Bebauung


Auch der asphaltierte neue Radweg sorgt für Kritik. Dieser führe unweigerlich zur Zerstörung dieser sehr bedeutsamen Natur- und Landschaftsräume. „Es ist vollkommen unverständlich, warum die Stadt Halle (Saale) immer wieder Planungen vorantreibt, welche auf massive Störungen bzw. Zerstörungen von Natur, Landschaft, Umwelt und städtischem Grün abzielen“, so der AHA. Als markante Beispiele seien hier die Errichtung der Rabeninselbrücke zwischen Böllberger Weg und Rabeninsel, die Zerstörungen im Bereich des Gesundbrunnenbades und des angrenzenden Parks, die Planungen am Steintor, die Planungen und der Umbau von Otto-Stomps-Straße/Fiete-
Schulze-Straße, die Einschränkung des Auenraumes durch die Errichtung eines neuen Hochwasserdeiches am Gimritzer Damm sowie Planungen zur Errichtung eines neuen Saaleübergangs genannt.“

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